Mittwoch, 28. Juli 2004

Krenn vor "Maulkorb" exklusiv im NEWS-Interview: 'Rücktritt? Kommt nicht infrage!'

  • Papst & Küng wollten Maulkorb! Krenn zu NEWS: St. Pölten kommt zur Ruhe 'wenn der Krenn einmal stirbt …'

"Strafverschäfung" für Bischof Kurt Krenn! Am Mittwoch gab der Apostolische Visitator Klaus Küng bekannt, dass Bischof Krenn zukünftig keine Interviews mehr geben dürfe. Es sein denn, diese sind von Küng genehmigt. Der Visitator betonte, dass dies nicht nur sein eigener Wunsch, sondern auch der von Papst Johannes Paul II. wäre. Wenige Stunden vor dem Interviewverbot stand Kurt Krenn dem News-Reporter Hubert Wachter Rede und Antwort.

NEWS: In den letzten Tagen formulierten Sie mehrmals, Sie schlössen Ihre Abberufung nicht mehr aus.
Krenn: Ich sagte, ich halte sie für möglich und denkbar, aber nicht mehr. Von mir aus würde ich Derartiges nie tun, alles andere ist Sache des Heiligen Stuhles.

NEWS: Also, wenn der Papst sie befehlen sollte, dann…
Krenn: …mach ma das, klar.

NEWS: Sollte es zu Ihrer Abberufung kommen, was müsste die Grundlage dafür sein?
Krenn: Es müsste eine Grundlage da sein, die in irgendeiner Weise etwas Schuldhaftes darstellt, persönliche Verfehlungen oder so. Aber nachdem ich meine, ein gutes Gewissen zu haben, keine Schuld zu haben, halte ich solche Gedanken für abwegig.

NEWS: Und von sich aus selbst zu resignieren, zurückzutreten, etwa aus Krankheitsgründen?
Krenn: Nein. Auf keinen Fall!

NEWS: Als was sehen Sie denn die „Causa St. Pölten“? Eine kircheninterne Intrige, wie dies Ihr Seminars- Regens Küchl diagnostizierte? Sie selbst sagen, es sei gar nix dran.
Krenn: Wenn ich sage, nix dran, meine ich – ich sehe keine substanziellen Verfehlungen von irgendjemandem, der dafür zur Verantwortung gezogen werden könnte. Ich sehe sie nicht, diese Dinge. Die soll mir erst einer zeigen, dann würde darüber zu reden sein.

NEWS: Zur Visitation. Waren Sie vom Papst enttäuscht, dass er diese angeordnet hat?
Krenn: Nein. Das gehört zum Normalen. Was man da behauptet hat, von wegen meiner Entmachtung oder einem Kontrollor für mich, oder die Visitation sei sehr selten, das stimmt ja alles nicht. In der Weltkirche wird immer wieder visitiert, in Orden, in Diözesen. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es ist doch gut, wenn man so in eine Sache Klarheit hineinbringt.

NEWS: Aber für die Gläubigen ist es doch seltsam zu hören, man habe mit Ihnen Probleme wegen Ihrer Gesundheit, Ihrer harten Sprache, Ihrer mangelnden Kommunikationsfähigkeit.
Krenn: Zunächst – ich bin zurzeit wirklich gesund. Das andere habe ich selber gar net gehört und hab das deshalb so auch nicht zur Kenntnis nehmen müssen. Aber wenn’s g’sagt wird, mein Gott, ja, es ist schon viel gesagt worden, was nicht stimmt.

NEWS: Was, meinen Sie, wird aus der päpstlichen Visitation Ihrer Diözese herauskommen?
Krenn: Ich kann nur sagen, was ich hoffe – dass das Priesterseminar diese Probleme übersteht, dass es weitergeht. Denn was hat man denn davon, Recht zu haben, und dann nur noch irgendwelche Schadensbegrenzungen durchzuführen? Das Seminar ist wichtig, wir haben einen ganz guten Anfang gehabt. Ich würde nicht sagen, dass dort alles schief war.

NEWS: Aber es wird Ihnen vorgeworfen, dass Sie mit Ihrem Seminar einen Sonderweg beschreiten – dass Sie Priesteranwärter aufnehmen, die andere Diözesen abgelehnt hätten, Sie also die Auswahl-Sorgfalt vermissen ließen. Es heißt, Krenn nehme alles, nur um halt viel Priesternachwuchs zu haben.
Krenn: Das tun wir nicht. Wir haben beileibe nicht alle genommen, die sich bei uns gemeldet haben. Wir haben jeden begründeten Fall geprüft. Gewissenhaft.

NEWS: Wann, meinen Sie, kommt die „Causa St. Pölten“ zur Ruhe?
Krenn: Na ja, wenn der Krenn einmal stirbt …

NEWS: Bleiben wir in der mittelbaren Zukunft: Bis wann erwarten Sie ein Ergebnis der Visitation und die Reaktion – Schuldspruch oder Freispruch – aus Rom?
Krenn: Also, einen Schuldspruch wird’s überhaupt nicht geben, weil keine Schuld in dem Sinn da ist. Aber wie lang das jetzt alles dauert und wie irrtumsfrei das alles sein wird, kann ich nicht sagen.

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

28.7.2004 18:53