Mittwoch, 28. Juli 2004

Nach Interviewverbot für Krenn: Küng will in St. Pölten jetzt hart durchgreifen!

  • Visitator will Einsicht in Polizei-Akten! PLUS: Krenn exklusiv im NEWS-Interview vor dem Maulkorb

Visitator Küng will in der Kirchen-Sex-Affäre in St. Pölten jetzt hart durchgreifen. Dies sagte ein Teilnehmer am St. Pöltener "Konsistorium" am Donnerstagnachmittag. Eine offizielle Stellungnahme gab aber nur Klaus Küng selbst ab. Gerüchten zufolge will der Visitator nun auch Einsicht in die Polizeiakten zum Kinderporno-Fund im Priesterseminar nehmen. Ersten Informationen zufolge dürfte die Staatsanwaltschaft ihm den Zugang zu den Akten auch gestatten.

Krenn und Küng (sie kamen getrennt) begrüßten vor der Sitzung zwar die wartenden Journalisten, gaben aber keine Stellungnahme ab. Das Konsistorium besteht normalerweise aus Kurt Krenn sowie acht 'Kapitularen" und tagt wenn bspw. Pfarren neu besetzt werden.

"Maulkorb "für Krenn
Kurt Krenn werde ab sofort keine Interviews mehr geben, das habe er mit dem St. Pöltner Diözesanbischof vereinbart, sagte der Apostolische Visitator Klaus Küng am Mittwoch. Es sei dies sein, Küngs, eigener und auch der Wunsch des Heiligen Vaters gewesen. Zuletzt hatte sich Krenn in mehreren Interviews zu Wort gemeldet.

Küng, der sich zwei Tage in Rom aufgehalten hat, auf die Frage nach den Auswirkungen der Vorkommnisse in St. Pölten: Die Stimmung sei "sehr gedrückt". Es sei durch die Ereignisse im Priesterseminar "Schaden nicht nur für die Diözese St. Pölten, sondern weit darüber hinaus" entstanden.

Über die voraussichtliche Dauer der Visitation und zu einem abschließenden möglichen Ergebnis wollte sich Küng nicht festlegen. In den kommenden Tagen werde er jedenfalls zahlreiche weitere Gespräche in der Diözese führen. (apa/red)

28.7.2004 16:19