Dienstag, 27. Juli 2004

Kurt Krenn gibt sich kämpferisch: "Ich bin nicht entmachtet, ich darf alles!"

  • Nach Kurz-Urlaub: Bischof wieder in St. Pölten
  • Suizid-Gefahr: Priesterseminarist in Klinik eingeliefert

Nach seinem Kurzurlaub im Mühlviertel ist Kurt Krenn wieder nach St. Pölten zurückgekehrt. Dort gehe er wieder seinen normalen Amtsgeschäften nach, so sein Sprecher Michael Dinhobl. Kardinal Schönborns Ankündigung, Krenns Macht sei eingeschränkt, weist der Bischof mit den Worten ab: "Dann kennt er sich nicht aus." Aber auf Krenn wartet nach dem Sex-Skandal im Priesterseminar noch mehr Ungemach: Die Staatsanwaltschaft rollt jetzt den Todesfall eines 53-jährigen Priesterseminaristen neu auf, der am 31. Oktober 2003 tot in der Donau gefunden wurde.

In einem Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" macht Krenn deutlich, dass er sich durch die Apostolische Visitation nicht eingeschränkt fühle: "Ich bin nicht entmachtet, ich darf alles." Auf den Hinweis, Kardinal Christoph Schönborn habe sehr wohl gemeint, dass Krenn in seiner Macht eingeschränkt sei, antwortet der St. Pöltner Bischof: "Dann kennt er sich nicht aus. Eine Visitation ist ein ganz normales Instrument, ein Problem zu lösen."

Entgegen anders lautenden Berichten glaubt Krenn auch nicht, dass das Priesterseminar in St. Pölten geschlossen wird: "Dass jetzt niemand da ist, liegt daran, dass Ferien sind. Das wird sicher wieder aufgemacht."

"Bischof geht normal seinen Amtsgeschäften nach"
Krenn ist von einem Kurzurlaub im Mühlviertel nach St. Pölten zurückgekehrt. Das hat sein Sprecher Michael Dinhobl am Dienstag auf Anfrage der APA bestätigt. Der Bischof "geht normal seinen Amtsgeschäften nach".

Krenn sei in seiner Macht nicht eingeschränkt, so Dinhobl. Er verwies auf ein Schreiben von Nuntius Georg Zur, dem lediglich zu entnehmen sei, dass Klaus Küng vom Papst mit der Visitation der Diözese St. Pölten beauftragt worden sei - "mit besonderem Augenmerk auf das Priesterseminar".

Suizidgefahr: Seminarist in Klinik eingeliefert
Die "Salzburger Nachrichten" berichten, dass jener Priesterseminarist, der wegen Besitzes von Kinderpornos vor Gericht kommt und das Seminar verlassen musste, wegen Suizidgefährdung in eine Klinik eingeliefert worden sein soll. Ein zweiter Alumne soll das Seminar freiwillig verlassen haben.

(apa/red)

27.7.2004 09:02