Schlechtes Zeugnis für Österreich: Bei Pestizidbelastung im EU-Spitzenfeld
- Studie: Belastung liegt um 8,4 Prozent über Höchstwert
- Global 2000 fordert Reduktionsprogramm in Österreich
Österreich liegt im EU-Vergleich sowohl bei der allgemeinen Pestizidbelastung als auch bei den Höchstwertüberschreitungen mit Deutschland und den Niederlanden unter den schlechtesten drei Staaten. Das zeigt laut Umweltorganisation Global 2000 ein vergangene Woche von der EU-Kommission veröffentlichter Monitoring-Bericht. Außerdem würden die Konsumenten zu spät über Belastungen informiert.
Der EU-Bericht bezieht sich auf Proben, die im Jahr 2002 gezogen wurden. Von den 1.628 in Österreich untersuchten Chargen waren 54,6 Prozent mit Pestizidrückständen belastet. In 29,9 Prozent wurden Mehrfachbelastungen mit bis zu zehn Wirkstoffen nachgewiesen. Diese Belastung ist um 8,4 Prozent höher als die gesetzlichen Höchstwerte. "Damit liegt Österreich mehr als ein Drittel über dem EU-Schnitt von 5,5 Prozent", meinte Global 2000 Pestizidexpertin Katrin Sedy am Sonntag in einer Aussendung.
Die Belastung mit Pestizidrückständen sei EU-weit gestiegen. Waren im Jahr 1999 lediglich 36 Prozent der Proben belastet, waren es 2002 bereits 44 Prozent. "Diese Werte bedeuten eine deutliche Verschlechterung gegenüber 1999", so Sedy. Der Trend setze sich bei den Höchstwertüberschreitungen fort.
Die Umweltorganisation forderte daher eine EU-weite massive Verringerung des Pestizideinsatzes und die Umsetzung eines Reduktionsprogramms in Österreich. Außerdem müssten die Ressortleiter Pröll und Rauch-Kallat in Österreich "den Konsumenten endlich regelmäßig aktuelle Daten zur Belastungssituation von Obst und Gemüse zugänglich machen".
"Auf dem aktuellen Auge ist Österreich blind", kommentierte Sedy die derzeitige Situation in der Pestizidkontrolle. Die belasteten Produkte seien "längst gegessen, wenn die Konsumenten mit zweijähriger Verspätung darüber informiert werden", klagte die Pestizidexpertin. (apa)
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