Freitag, 30. Juli 2004

Verseuchtes Teichwasser in Wellness-Hotel: Salzburger Hotelier vor Gericht

  • Wasser aus Speicherteich abgezweigt - 60.000 Euro Wasser- und Kanalgebühren gespart

Ein Hotelier in Salzburg wollte wohl besonders gewitzt sein. In seinem als Wellness-Betrieb beworbenen Hotel bot er keimverseuchtes Wasser aus einem Speicherteich für Schneekanonen an. Wegen schweren und gewerbsmäßigem Betruges sowie fahrlässiger Gemeingefährdung stand Anton H. aus St. Johann jetzt vor einem Salzburger Schöffengericht. Durch die illegale Wasserennnahme sparte er rund 60.000 Euro an Wasser- und Kanalgebühren. Der Prozess wurde vertagt.

Drei Anklagepunkte warf Staatsanwältin Feichtinger dem 40-jährigen Besitzer eines Vier-Sterne-Hotels im Alpendorf von St. Johann vor: Er habe den Wasserzähler seines Hotels absichtlich gegen die Fließrichtung einbauen lassen. Der Gemeinde sei dadurch im Zeitraum von 23. Jänner 2002 bis 15. Februar 2002 ein Schaden von 1.191,74 Euro entstanden, da die Wasser- und Kanalgebühren nicht verrechnet werden konnten.

Der zweite Anklagepunkt umfasst den Zeitraum von 1992 bis Februar 2002. Anton H. soll aus einem mit Beschneiungswasser gefüllten privaten Teich unter Umgehung des Wasserzählers das Wasser in die Trinkwasserleitung seines Hotels eingeleitet und dann als Gebrauchwasser in das öffentliche Kanalnetz zum Nachteil der Stadtgemeinde St. Johann abgeleitet haben. Schaden: 59.699,41 Euro.

Drittens sei das abgezweigte Wasser im Zeitraum von 2001 bis 2001 mit Kolibakterien und Keimen versetzt gewesen. Der Hotelier sei deshalb wegen fahrlässige Gemeingefährdung angeklagt worden. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.
(apa/red)

30.7.2004 10:39