Freitag, 30. Juli 2004

Streit in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst: FSG-Korecky attackiert Neugebauer

  • "Unerträglicher Eiertanz eines Multifunktionärs"
  • Retourkutsche: "Korecky Werkzeug der SPÖ"

Die Pensionsharmonisierung hat innerhalb der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) zwischen den sozialdemokratischen und den christdemokratischen Gewerkschaftern zu einem Streit. Grund sind die Überlegungen des GÖD-Vorsitzenden Fritz Neugebauer, eine Urabstimmung zu den Pensionen abzuhalten.

"Weil er nicht imstande ist, seinem Parteifreund Bundeskanzler Wolfgang Schüssel auch nur einen einzigen Verhandlungstermin abzuringen, kommt jetzt der Schmäh mit der Urabstimmung über die Harmonisierung. Das ist ein Abschieben der Verantwortung und ein unerträglicher Eiertanz eines Multifunktionärs, der nicht mehr weiß, wo seine Loyalitäten liegen", sagte der Vorsitzende Stellvertreter der FSG in der GÖD, Peter Korecky, am Freitag.

Mitte August stehe das Gesetz und Neugebauer wolle Ende August "verhandeln" und Mitglieder befragen. "Was unsere Mitglieder brauchen ist eine starke Gewerkschaftsorganisation, die sie vor Verlusten von dreißig Prozent schützt und keinen Vorsitzenden, der ihnen mit Pseudoaktivitäten Sand in die Augen streut", kritisierte Korecky, der gleichzeitig ankündigte: "Wir werden unsere Mitglieder täglich über seine Untätigkeiten informieren."

Die Retourkutsche von GÖD-Pressesprecher Hermann Feiner ließ nicht lange auf sich warten: Korecky habe dem gesamten Öffentlichen Dienst und der GÖD als Solidargemeinschaft "schweren Schade zugefügt". Korecky habe sich damit "zum Werkzeug der SPÖ" und deren Bundesgeschäftsführern Doris Bures und Norbert Darabos gemacht, die gegen den öffentlichen Dienst agitiert hätten, sagte der GÖD-Sprecher. Wenn Korecky Neugebauer und auch ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, die beide Arbeitnehmerinteressen im Parlament vertreten, als "Multifunktionär" bezeichne, dann sei das "eigentlich unglaublich".

(apa/red)

30.7.2004 10:34