Donnerstag, 29. Juli 2004

Erste Details der Gesundheitsreform sickern durch: 32 Versorgungsregionen!

  • Spitalsleistung soll geschätzt und so die Mittelverteilung vorgenommen werden - Aus für Bettenpläne

Österreich soll in 32 Versorgungsregionen unterteilt werden: Das ist Teil der von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat geplanten Gesundheitsreform. Weiters soll künftig die Spitalsleistung geschätzt und so die Mittelverteilung vorgenommen werden. Bettenplan oder Großgeräteplan würden damit der Vergangenheit angehören.

Das Ministerium erwartet sich so mehr Flexibilität. Rauch-Kallat betonte dazu in der "ZiB", sie denke, dass die Länder und Sozialversicherungsanstalten mehr Gestaltungsspielraum bekommen. Damit könnte mit den vorhandenen Mitteln effizienter umgegangen und in der Folge der Kostenanstieg in den Griff bekommen werden.

Gegen die Pläne von Rauch-Kallat wendet sich Beate Hartinger, Geschäftsführerin im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. "Es wird keine Ebene abgeschafft, sondern es kommen welche dazu. Die Länder bekommen mehr Kompetenzen. So kann man das nicht machen. Man versucht damit, die Sozialversicherung und die Selbstverwaltung auszuhebeln", wird Hartinger im "Kurier" zitiert. Weiters würden die Verwaltungskosten im Vergleich zu jetzt steigen.

In der Öffentlichkeit hat sich Rauch-Kallat über ihre Reformpläne bisher bedeckt gezeigt. Laut "Kurier" stellten aber diese Woche Beamte des Ministeriums Vertretern von Bund, Ländern und Sozialversicherung Gesetzesentwürfe zu den Strukturplänen vor. Demnach soll je Bundesland eine Landesagentur zusätzlich zu den bestehenden Krankenanstaltenfonds, über die derzeit die Spitalsfinanzierungen laufen, entstehen.

Die Agenturen sollen dem Prinzip "Finanzierung aus einer Hand" gerecht werden. Dazu kommt eine überregionale Bundesagentur. Die Länder sollen darüber hinaus per Verordnung über die Vergabe von Kassenverträgen entscheiden dürfen. Die Agenturen sollen die Versorgung durch Spitäler und Arztpraxen koordinieren. (apa)

29.7.2004 22:29