Bundesheer will Fuhrpark privatisieren: Auslagerung in GesmbH geplant!
- Allerdings nur Fahrzeuge mit Straßenzulassung
- Fuhrpark soll verkauft und dann gemietet werden
Nach den Plänen einer Arbeitsgruppe unter dem Leiter der Finanzabteilung des Verteidigungsministeriums, Hans Hamberger, soll der Fuhrpark in eine GesmbH ausgelagert werden. Derzeit liege der Vorschlag in der Kommission "Bundesheer 2010", die sich unter Führung von Othmar Commenda um die Umsetzung der Vorschläge der Bundesheer-Reformkommission bemüht.
Im Büro von Verteidigungsminister Günther Platter will man von derlei Plänen noch nichts gehört haben. Platters Pressesprecher, Martin Brandstötter, erklärte, die Arbeitsgruppe werde erst Ende 2004 Ergebnisse vorlegen.
Über wie viele Fahrzeuge mit Straßenzulassung das Bundesheer verfügt und wie viele daher von der Ausgliederung betroffen sein könnten, unterliege überdies der militärischen Geheimhaltung, betonte Brandstötter. Nicht einmal dem Parlament habe man die Zahl der Heeres-Fahrzeuge genannt.
Laut Dokumenten, die der "Presse" vorliegen, verfügt das Bundesheer über rund 11.000 Fahrzeuge mit normaler Straßenzulassung (ohne Panzer oder Sonderfahrzeuge). Davon sind 3.000 so genannte "teilmilitarisierte" Lkw und 700 "teilmilitarisierte" Pkw sowie 2.500 Puch Pinzgauer Geländeautos.
Ausgliedert werden sollen nur die laut Bundesheerjargon "handelsüblichen" Kraftfahrzeuge, also 800 Lkw, 45 Großraumbusse, 2.400 Pkw und 1.600 Motorräder. Sie sollen von der neuen Gesellschaft gekauft und gegen Kilometergeld an das Heer vermietet werden. Das Heer soll hier als Testmodell für andere Ministerien fungieren.
In Deutschland habe sich dieses Modell bewährt. Seit die deutsche Bundeswehr 2002 ihren zivilen Fuhrpark privatisiert hat, ist das Durchschnittsalter der von der Bundeswehr genutzten Pkw von zwölf Jahren auf vier Jahre gesunken, die Kosten pro Kilometer sind von 38 auf 29 Cent gefallen. (apa)
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