Zahl der Häftlinge in Österreich steigt weiter: Rund 23 Prozent mehr als noch 2000
- Großteil entfällt auf die Untersuchungshaft
- Anteil der ausländischen Gefangenen liegt bei 44 %
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Justizministerin kämpft gegen volle Austro-Häf'n
Der "Häf'n" ist voll. Derzeit sind in Österreich 8.493 Gefangene (Stand 1. Juli 2004) inhaftiert. Das bedeutet gegenüber Juli 2000 eine Steigerung um rund 23 Prozent, im Jahresvergleich ist die Häftlingszahl um 9,66 Prozent gewachsen. Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Untersuchungshäftlinge. Damit liegt das Plus bei den Häftlingen deutlich über der Entwicklung der Kriminalitätsrate.
Während die Häftlingszahlen seit 2000 um 23 Prozent gestiegen sind, betrug der Anstieg der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten zwischen 2000 und 2003 laut Statistik Austria vergleichsweise geringe 14,8 Prozent (von 560.000 auf 643.000). Auch das Plus bei den polizeilich ermittelten Tatverdächtigen fällt mit 15 Prozent geringer aus (2000 waren es 199.000, 2003 waren es 229.000). Die Verurteilungen nach dem Strafgesetzbuch legten nur um einen viertel Prozentpunkt zu (von 41.600 auf 41.700).
Großteil entfällt auf Untersuchungshaft
Der Großteil des Zuwachses bei den Häftlingszahlen seit 2000 entfällt auf die häufiger verhängte Untersuchungshaft: Wurden mit 1. Juli 2000 noch 1.579 U-Häftlinge registriert, waren es heuer bereits 2.223 - ein Plus von 47,8 Prozent. Deutlich geringer dagegen der Zuwachs bei den verurteilten Strafhäftlingen: Ihre Zahl stieg seit Juli 2000 von 4.761 auf 5.393, was einen Zuwachs von 13,3 Prozent bedeutet. In absoluten Zahlen entfällt damit mehr als die Hälfte des Zuwachses auf U-Häftlinge (plus 755) und der geringere Anteil auf die Strafhäftlinge (plus 632).
Ausländeranteil von 42, 48 Prozent
Deutlich zugelegt hat seit Juli 2000 der Ausländeranteil an den Häftlingen. Hatten 2000 noch 30 Prozent der Gefangenen keine österreichische Staatsbürgerschaft, lag dieser Anteil heuer bereits bei 42,48 Prozent. Verzerrt wird diese Statistik allerdings dadurch, dass die Ausländerquote unter den U-Häftlingen besonders hoch ist (62,4 Prozent), während der Anteil der Nicht-Österreicher bei den Strafhäftlingen vergleichsweise geringe 37,8 Prozent ausmacht.
Im Justizministerium wird die hohe Ausländerquote unter den U-Häftlingen unter anderem damit begründet, dass bei Personen, die nicht in Österreich verwurzelt sind, offenbar eine höhere Fluchtgefahr angenommen werde.
(apa/red)
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