Dienstag, 27. Juli 2004

Attacken von Krejci gegen Schwarz- Blau: "Beispiellose Säuberungsaktion"

  • Ex-IV-General: "Das hat sich die SPÖ nie getraut"
  • FPÖ sei eine "klassische Sesselkleberpartei"

Harsche Kritik an der Postenbesetzungspolitik der Regierung kommt vom früheren Generalsekretär der Industriellenvereinigung Herbert Krejci. Im "Sommer-Interview" mit der "ZiB 3" des ORF-Fernsehens sagte Krejci: "Die Säuberungsaktion, die die schwarz-blaue Regierung seit 2000 eingeleitet hat, ist ohne Beispiel. Auch in der österreichischen politischen Geschichte. Das hat sich die SPÖ nie getraut."

Generell warnte er davor, dass die Politik "nicht zur reinen Wirtschaftspolitik" verkommen dürfe. "Auch ein Bruno Kreisky hat immer für politisch anders Denkende gewisse Inseln gelassen", erinnerte Krejci an den verstorbenen SPÖ-Bundeskanzler der 70-er und beginnenden 80-er-Jahre.

Die ÖVP-FPÖ-Koalition werde aber "ausdienen", erwartet Kreijci: "Aus dem einfachen Grund, weil die FPÖ bewiesen hat, dass sie eine klassische Sesselkleberpartei ist und dass es ihr nur darum geht, Posten zu besetzen."

Zu einer allfälligen Regierungsbeteiligung der Grünen sagte der Ex-Industriellen-Chef: "Man sollte keine Form ausschließen. Ich habe großen Aspekt für die Sachlichkeit und die zum Teil sehr fundierten Vorschlägen, die von den Grünen kommen. Sie sind heute ein ernst zu nehmender Faktor in der österreichischen Innenpolitik." SPÖ-Chef Gusenbauer wiederum dürfe nicht "unterschätzt" werden. Er sollte aber nicht nur darauf warten, dass die Anderen "schwach" sind.

Prinzipiell hofft Kreijci aber für Österreichs Zukunft, dass "weniger mit Hass und Feindschaft operiert wird, sondern ein bisschen mit Toleranz und Konsens." Er sei in der Industriellenvereinigung "von den großen alten Herren" erzogen worden, "die alle auf Konsens und Sozialpartnerschaft gesetzt haben, betonte Krejci.

(apa)

27.7.2004 07:40