Montag, 26. Juli 2004

Wer geht nach Brüssel? Rennen um Österreichs EU-Kommissar eröffnet!

  • Barroso will Frauen: Ferrero & Rauch-Kallat Favoritinnen
  • Entscheidung muss bis Mitte September fallen

Bis Mitte September muss entschieden sein, wer Franz Fischler als österreichischer EU-Kommissar nachfolgen wird. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) wird zunächst die Regierungskollegen über seinen Vorschlag informieren. Möglich wäre dies im Sommer-Ministerrat am 10. August oder im ersten regulären Ministerrat nach der Sommerpause am 24. August. Über die Kandidaten hält man sich derzeit noch bedeckt. Nachdem sich der neue EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso aber ausdrücklich Frauen für sein Team wünscht, gelten Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) als aussichtsreichste Kandidatinnen.

"Schick mir eine Frau", soll der künftige EU-Kommissionschef Barroso nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA direkt von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) eingefordert haben. Barroso will mindestens acht Kommissarinnen in seinem 25-köpfigen Team, derzeit kann er bestenfalls mit fünf rechnen.

Als Nachfolger des österreichischen Agrarkommissars Franz Fischler sind laut Medienberichten zwei mögliche Kandidatinnen, Ferrero-Waldner und Rauch-Kallat, im Rennen. Während die Chefdiplomatin vor allem für das Ressort Entwicklungshilfe im Gespräch ist, könnte die Gesundheitsministerin das Umweltressort übernehmen, wenn dieses von Barroso Österreich angeboten wird. Rauch-Kallat war von 1992 bis 1995 Umweltministerin. Zuletzt brachte die SPÖ auch die EU-Abgeordnete Maria Berger als Kommissarin ins Gespräch. Die Ressorts für Umwelt und Entwicklung sind in der nächsten Kommission begehrt, Interesse am letzterem werden etwa dem früheren belgischen Außenminister Louis Michel nachgesagt.

(apa/red)

26.7.2004 12:34