Hohe Strafen drohen: Hände weg von exotischen Mitbringseln aus dem Urlaub!
- Schmuggel von bedrohten Arten wird streng bestraft
- Im Zweifelsfall sollte man lieber auf den Kauf verzichten
Hände weg von "exotischen Mitbringseln" aus dem Urlaub! Nicht nur zum Schutz gefährdeter Arten, sondern auch im eigenen Interesse, warnt die Artenschutzexpertin der Umweltorganisation WWF, Jutta Jahrl. Denn die unerlaubte Einfuhr geschützter Tiere und Pflanzen ist mit strengen Strafen belegt. Durch den internationalen Handel seien über 30.000 Arten gefährdet, sagte Jahrl.
Viele der angebotenen Reisegeschenke würden dem "Washingtoner Artenschutzübereinkommen" (CITES), unterliegen, das den Handel mit gefährdeten Arten regle, erklärte Jahrl. Hunderte Millionen geschützter Arten würden jedes Jahr weltweit gehandelt, davon ungefähr ein Viertel illegal. Und das obwohl fehlende Bescheinigungen oder Schmuggel mit Geldstrafen bis zu 36.336 Euro oder mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet würden.
Allein in Österreich sei es im vergangenen Jahr zu 175 Anzeigen gekommen. Die Dunkelziffer der eingeführten Mitbringsel dürfte allerdings "sehr hoch" sein, vermutete Jahrl.
Im Zweifelsfall verzichten
Gerade im Urlaub lasse man sich leicht zum Kauf von Souvenirs verleiten. "Herauszufinden, welche Tier- und Pflanzenarten und weiterführend daraus hergestellte Produkte für welches Land nun in den Handelsabkommen wie definiert sind, führt in einen undurchdringbaren Gesetzesdschungel", erläuterte Jahrl. Am besten sei daher, im Zweifelsfall überhaupt auf einen Kauf zu verzichten, damit es beim Zoll nicht zu unangenehmen Überraschungen komme.
"Unwissenheit schützt nicht", so die Expertin. Alternativen wie Korbwaren, Töpfereien oder Textilien "halten die Urlaubserinnerung ebenso aufrecht".
Wie aber erkennt nun ein Laie, ob es sich um geschützte Arten handelt? Der Verkäufer müsse mit einem CITES-Dokument nachweisen, dass es sich um legale Züchtungen handelt, erklärte der CITES-Vertreter des Landes Oberösterreich, Hermann Urban. Und bei kleineren Gegenständen, wie etwa Kettenanhängern, merke man es am Preis.
Da die meisten Urlauber aus Unwissenheit handeln, führt der WWF gemeinsam mit dem Lebensministerium eine breit angelegte Informationsoffensive durch. So liegen etwa Folder - auch im Format eines Reisepasses - unter anderem in Reisebüros und Flughäfen auf. (apa/red)
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