Mittwoch, 21. Juli 2004

ÖBB: Mit 5.000 Euro in die Frühpension

  • Rentenparadies Bundesbahn: Toppension für 47-Jährigen

ÖBB-Personalchef Wolfgang Moldaschl ist in Zeiten beinharter Pensionseinschnitte für viele Österreicher wohl ein echtes Phänomen. Wie kann es sein, dass ein hoch bezahlter Topjurist mit 47 Jahren in die Frühpension geschickt wird – und das mit rund zwei Drittel seines vormaligen, durchaus üppigen Bruttogehalts: Laut offizieller ÖBB-Gehaltstabelle hat Moldaschl zumindest 7.500 Euro monatlich verdient, die Pensionshöhe nach den per Dienstrecht vorgesehenen Abschlägen beläuft sich somit auf rund 5.000 Euro.

Bremsklotz. So sehr die Volksseele auch kocht, formal ist alles rechtens. Das ÖBB-Dienstrecht erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen die Abschiebung in die Frühpension. Im konkreten Fall waren „unüberbrückbare Differenzen“, so ein Bahn-Sprecher, ausschlaggebend. Moldaschl habe dem Vorstand das Leben zudem mehr als einmal schwer gemacht. Ein Insider drückt das vornehm so aus: „Er hat soziale Kompetenz im Umgang mit seinen Vorgesetzten kontinuierlich vermissen lassen.“ Zudem gilt der ehemalige Personalchef als gut bekannt mit dem streitbaren Bahngewerkschaftsboss Wilhelm Haberzettl. Und ist somit aus Sicht des Eigentümers auch den ÖBB-Reformen im Weg gestanden.

Moldaschl – er weilt inzwischen auf Urlaub und ist nach Angaben seiner Umgebung nicht erreichbar – wird mit 1. Oktober offiziell in den Ruhestand versetzt. Denn anders als bei Privatunternehmen ist absurderweise bei den ÖBB im Falle von Differenzen mit den Vorgesetzten eine einvernehmliche Kündigung eines pragmatisierten Topmanagers nicht möglich.

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21.7.2004 16:49