Mittwoch, 21. Juli 2004

Finanzminister in NEWS: Grasser jetzt auch für "offene Geschäfte am Sonntag"

  • Finanzminister geht via NEWS auf Radikal-Kurs: Grasser will weiter Feiertage abschaffen und nun auch Ladenöffnungszeiten voll liberalisieren

In einem Interview mit neu erscheinenden Ausgabe von NEWS geht Finanzminister Karl-Heinz Grasser auf Konfrontationskurs mit den Arbeitnehmerflügeln von ÖVP und FPÖ, sowie mit den Landeshauptleuten und seinen Ministerkollegen.

Trotz aller Kritik bleibt Grasser dabei, dass die Zahl der Feiertage reduziert werden muss: "Dass das katholische Italien weniger Feiertage hat als wir ist absurd. Es ist der Vorteil meiner Unabhängigkeit, dass ich Tabus brechen kann." Und deshalb sollen "natürlich die Geschäfte am Sonntag offen sein. Mir als Betriebswirt tut bei geschlossenen Geschäften das Herz weh. Weder Sonntagsöffnung noch eine komplett freigegebene Ladenöffnung sind tabu. Deshalb lachen uns andere Länder bereits aus. Ich will an die Wirtschaft und an liberale junge Menschen, denen täglich flexible Arbeitszeiten abverlangt werden, Signale senden."

Grassers Signale an die Beamten - er muss etwa höhere Gehälter für sie via sein Budget finanzieren - sind ebenfalls deutlich: "Harmonisierung heißt Harmonisierung. Deshalb bin ich gegen höhere Einstiegsgehälter für Beamte als Ausgleich für die Harmonisierung. Sonst wäre das absurd. Und meiner Ansicht müssen Beamte, die schlechte Leistungen bringen, genauso kündbar sein wie jeder Angestellte auch."

Grasser an die Landeshauptleute: "Die Finanzausgleichsverhandlungen stehen unter dem Motto: Diktat der leeren Kassen. Mehr Geld wird es für niemand geben." Ähnlich hart die Haltung des Finanzministers gegenüber seinen Regierungskollegen bei den anlaufenden Budgetverhandlungen: "Wir vom Finanzressort wollten radikale Einsparungsansätze, aber wir haben uns mit der politischen Führung des Landes akkordiert, dass es zumutbar sein muss. Das heißt, dass jedes Ressort mit dem Geld von 2004 und 2005 auch 2006 auskommen muss. Wir sind mit der größten Steuerreform der Republik an die Grenzen der Finanzierbarkeit gegangen. Es ist kein Geld im Topf."

Die ausführliche Story lesen Sie im neuen NEWS.

21.7.2004 13:05