Donnerstag, 22. Juli 2004

OMV nach Petrom-Deal: Vorherrschaft am osteuropäischen Ölmarkt erobert!

  • Ölreserven steigen um 150 %, Gasvorräte um 240 %
  • Bessere Balance zwischen Upstream und Downstream

Einen "strategischen Meilenstein" hat die OMV nach Ansicht der Raiffeisen Centrobank (RCB) mit dem bevorstehenden Einstieg bei dem rumänischen Ölkonzern Petrom gesetzt und die Vorherrschaft am osteuropäischen Ölmarkt an sich gerissen. "Mit diesem Schritt wird die OMV zur klaren Nummer eins in Osteuropa", sagte Analystin Claudia Vince-Bsteh.

Für die Ölreserven des heimischen Ölriesen bedeute der Petrom-Deal eine Erhöhung um 150 Prozent, für die Gasvorräte eine Zunahme um 240 Prozent, hebt Vince-Bsteh heraus. Das verbessere die Balance zwischen dem Upstream- und dem Downstream-Geschäft der OMV, die sich zuletzt besonders im Tankstellen-Bereich engagiert hatte.

"Wir sehen es als große Chance", so die RCB-Analystin weiter. Es gebe bei Petrom zwar noch einiges zu tun, das eröffne aber auch Möglichkeiten zur Gewinnoptimierung - etwa bei den Personalkosten. Die RCB empfiehlt OMV seit dem Bekanntwerden der bevorstehenden Akquisition mit Kursziel 200 Euro zum Kauf.

Wie berichtet will die OMV 33 Prozent an Petrom, dem größten Arbeitgeber Rumäniens mit rund 57.000 Beschäftigten, übernehmen. Im Zuge einer Kapitalerhöhung werden die Österreicher in einem zweiten Schritt die Mehrheit an der Petrom übernehmen. Für die Petrom-Mehrheit wird die OMV laut Bankenschätzungen rund 1,4 Mrd. Euro locker machen müssen. Vince-Bsteh glaubt, dass die OMV diesen Brocken auch ohne Kapitalerhöhung schlucken kann.

(apa/red)

22.7.2004 14:24