Mittwoch, 21. Juli 2004

Spekulationen: Entscheidung über Yukos-Schicksal soll spätestens morgen fallen!

  • Justizministerium prüft Freigabe der Konten
  • Ölkonzern muss Lieferungen nach China einstellen

Das Schicksal des russischen Ölkonzerns Yukos könnte sich nach Angaben des neuen Konzernchefs Steven Theede bereits in den nächsten Tagen entscheiden. Das Justizministerium in Moskau prüfe derzeit, ob ein Teil der eingefrorenen Yukos-Guthaben freigegeben werde, um dem Konzern die Tilgung seiner Steuerschuld zu ermöglichen und ihn so vor der Insolvenz zu bewahren, sagte Theede am Rande einer Geschäftsreise im sibirischen Nischnewartowsk. "Mir wurde vom Justizministerium persönlich gesagt, dass die Entscheidung heute oder morgen fallen soll."

Allerdings gebe es bisher keine Anzeichen dafür, dass die Entscheidung zu Gunsten von Yukos ausfallen werde, räumte der Yukos-Chef ein. "Im Hinblick auf alternative Möglichkeiten, die Steuerrechnung für 2000 zu begleichen, hat sich nichts geändert."

Die Beschäftigten des Konzerns hätten ihr Gehalt bis Monatsende bekommen, sagte Theede weiter. Doch müsse Yukos wegen seiner Geldknappheit womöglich schon Ende kommender Woche die Öllieferungen per Bahn nach China einstellen.

Der Konzern liefert demnach jährlich rund acht Millionen Tonnen Öl auf dem Schienenweg nach China, doch drohe diese Verbindung als erste gekappt zu werden, weil das Eisenbahnministerium von Yukos Zollgebühren verlange, die nicht bezahlt werden könnten. (apa/red)

21.7.2004 11:04