Montag, 19. Juli 2004

Boeing nimmt 3.000 neue Mitarbeiter auf: Das sind die ersten Einstellungen seit 3 Jahren!

  • Boeing muss 58,5 Mio. Euro nach Sammelklage an seine Mitarbeiterinnen zahlen

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing will in den USA 2.000 bis 3.000 Mitarbeiter einstellen. Es wären die ersten großen Neueinstellungen in der Verkehrsflugzeugsparte des Airbus-Konkurrenten seit den Terroranschlagen vom 11. September 2001. Boeing hatte seitdem die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Konzern von 198.000 auf 157.000 reduziert. Fast alle Entlassungen erfolgten in der Verkehrsflugzeugsparte, während das Rüstungsgeschäft von Boeing auf Hochtouren läuft.

Die Boeing-Verkehrsflugzeugsparte beschäftigt momentan 53.400 Mitarbeiter und will bis Jahresende etwas mehr als 2.500 neue Stellen besetzen. Boeing benötigt unter anderem Ingenieure, die an der Entwicklung des neuen Verkehrsflugzeugs Boeing-7E7 arbeiten sollen. Die mittelgroße zweistrahlige Maschine ist der große Hoffnungsträger von Boeing. Boeing hat für sie bisher mehr als 60 Bestellungen und verhandelt mit zahlreichen Airlines über weitere Aufträge. Das soll 2008 auf den Markt kommen.

Frauen gewinnen Diskriminierungsklage gegen Boeing
Unterdessen will der Boeing-Konzern in einem Vergleich zur Beilegung einer Diskriminierungs-Sammelklage bis zu 29.000 gegenwärtiger und früherer Mitarbeiterinnen zwischen 40,6 Millionen Dollar und 72,5 Millionen Dollar (58,5 Mio Euro) zahlen. In der im Februar 2000 eingereichten Klage war Boeing vorgeworfen worden, Frauen gleiche Entlohnung und Beschäftigungsmöglichkeiten vorenthalten zu haben. Die zuständige Richterin in Seattle gab am Freitag ihre vorläufige Genehmigung zu dem Vergleich. Eine endgültige Anhörung stehe aber noch aus.

Boeing-Chef Harry Stonecipher erneuerte in der "Welt am Sonntag" die Kritik an europäischen Subventionen für Airbus und zeigte sich überzeugt, dass die kleinere Boeing 7E7 die richtigere Antwort auf die Märkte der Zukunft sei als der Riesen-Airbus A380.

Es handelt sich um den zweiten großen Diskriminierungsvergleich innerhalb weniger Tage. Die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley hatte sich zur Zahlung von 54 Millionen Dollar bereit erklärt, um Diskriminierungsbeschwerden von Mitarbeiterinnen beizulegen. Sie hatten dem Unternehmen ebenfalls vorgeworfen, bei Gehältern und Beförderungen gegenüber Männern benachteiligt worden zu sein. (apa/red)

19.7.2004 10:05