Dienstag, 20. Juli 2004

Bestmarken schon vor Olympia: Chinesen und Deutsche mit Teilnehmer-Rekord

  • 452 Deutsche und 407 Chinesen wollen abräumen
  • Das Reich der Mitte tritt in 26 der 28 Sportarten an

Die Stars Jan Ullrich und Franziska van Almsick, die Fußball-Weltmeisterinnen und Handball- Europameister sowie die siebenfachen Goldmedaillen-Gewinnerin Birgit Fischer führen die 452-köpfige deutsche Mannschaft für die Olympischen Spiele in Athen an. Damit ist das Aufgebot größer als vor vier Jahren in Sydney mit 427 Teilnehmern. Auch China nimmt an den Olympischen Spielen in Athen mit einem Rekordaufgebot teil. 407 Athleten (138 Männer/269 Frauen) treten in 26 der 28 Sportarten an

"Wir wollen den dritten Platz in der Nationenwertung von Sydney 2000 verteidigen", erklärte der stellvertretende Chef de Misson, Li Furong, am Dienstag bei der Vorstellung des chinesischen Olympia-Teams in Peking. Er räumte allerdings ein, dass dies deshalb schwierig werde, weil China im Hinblick auf die Sommerspiele 2008 in Peking ein mit durchschnittlich 23 Jahren sehr junges Team mit lediglich 84 Olympia-erfahrenen Athleten in die griechische Hauptstadt schickt.

Auch Deutsche haben Nationencup im Visier
"Wir haben in der Nationenwertung den dritten Platz in Atlanta belegt und den fünften in Sydney. Das sollte auch dieses Mal unser erstrebtes Ziel sein", sagte Präsident Klaus Steinbach nach der dritten und letzten Nominierungsrunde des Nationalen Olympische Komitees (NOK) am Montag in Frankfurt/Main. Die "Mission Athen" kostet insgesamt 4,6 Millionen Euro, die das NOK und der Bund je zur Hälfte aufbringen.

Bei den am 13. August beginnenden Wettkämpfen hoffen die Funktionäre darauf, dass die 254 Männer und 198 Frauen den seit Seoul andauernden Abwärtstrend zu stoppen. 1988 hatten die noch getrennten Teams aus der DDR und der Bundesrepublik 142 Medaillen gewonnen. In Barcelona 1992 gab es für das erste gemeinsame Olympia-Team 82 Mal Edelmetall, in Atlanta 1996 65 und vor vier Jahren in Sydney 56. Damals kam Deutschland zwar als erfolgreichste westeuropäische Nation auf Rang fünf der Länderwertung, stürzte aber aus den besten Drei.

Das größte Kontingent stellen die Leichtathleten mit 79 Teilnehmern. Am Mittwoch ist Abgabetermin beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). 249 Trainer, Physiotherapeuten, Betreuer und Ärzte begleiten das deutsche Aufgebot. Ein Gezerre um Härtefälle blieb nach Angaben Steinbachs aus: "Wir hatten keine Hundertstel-Diskussionen." Das NOK richtete sich streng nach den Kriterien, die es mit den Verbänden erarbeitet hatte, sowie nach Endkampf-Chancen.

China mit Rekordaufgebot nach Athen
Bei den Spielen 2000 in Sydney war China mit 311 Athleten vertreten, nachdem kurz vor Beginn der Wettkämpfe 27 Sportler wegen verdächtiger Doping-Tests kurzfristig aus der Mannschaft genommen worden waren. Mit 28 Gold-, 16 Silber- und 15 Bronzemedaillen hatte die Volksrepublik Platz drei im Medaillenspiegel hinter den USA (40/24/33) und Russland (32/28/28) belegt. In Athen setzt China auf seine traditionellen Stärken wie Turnen, Schwimmen, Wasserspringen, Gewichtheben, Judo und Tischtennis.

Australien reist mit Mammutkader nach Athen
Australien reist mit einem Mammutkader zu den Olympischen Spielen nach Athen, um den vierten Platz im Medaillenspiegel von 2000 zu verteidigen. Dieses Vorhaben soll von 486 Athleten (275 Männer, 211 Frauen) umgesetzt werden. Das ist der größte Kader, der Australien je bei im Ausland veranstalteten Olympischen Spielen vertreten hat. Lediglich bei den Heimspielen in Sydney 2000 war Australien mit 631 Sportlern zahlreicher vertreten.

(apa)

20.7.2004 11:34