Freitag, 23. Juli 2004

Nach Sieg im Heimrennen: Schumi trennen
nur noch zwei Siege vom siebten WM-Titel

  • Schon Ende August könnte Entscheidung gefallen sein
  • PLUS: Die besten BILDER vom Hockenheimring!

81. Grand-Prix-Sieg der Karriere, elfter Erfolg im zwölften Rennen der WM 2004, sechster Triumph in Serie - Michael Schumacher und Ferrari sind in der Formel 1 weiterhin eine Klasse für sich. Der Deutsche siegte am Sonntag zum dritten Mal nach 1995 und 2002 auf dem Hockenheimring und sprintet dem siebenten WM-Titel seiner Laufbahn weiterhin im Rekordtempo entgegen. Nur noch zwei Siege trennen den Deutschen von diesem Ziel.

Schumacher könnte bereits Ende August Weltmeister sein. Sollte der Deutsche nach der Sommerpause die Rennen in Ungarn (15. August) und Belgien (28. August) für sich entscheiden, wäre ihm der Titel nicht mehr zu entreißen. "Das war eines der schönsten Wochenenden überhaupt. Bei so einer tollen Atmosphäre zu gewinnen, ist sensationell", jubelte "Schumi".

Der 35-Jährige hat den von ihm seit 2002 gehaltenen Rekord an Saisonsiegen (11) eingestellt, gleichzeitig blieb "Mr. Zuverlässig" zum 50. Mal in Serie von einem technischen Defekt verschont.

Jenson Button überrascht
Den Kampf um Platz zwei hinter Schumacher entschied der starke britische BAR-Pilot Jenson Button, der nach einem Motorwechsel nur als 13. gestartet war, vor dem Spanier Fernando Alonso (Renault) für sich. Christian Klien fuhr einen der besten Grand-Prix bisher und holte als Zehnter den dritten Top-10-Platz seiner Karriere, sein australischer Jaguar-Teamkollege Mark Webber holte als Sechster drei WM-Punkte.

101.000 Zuschauer, der Großteil in Ferrari-Rot gehüllt, erlebten einen turbulenten Start. Zunächst führte ein technischer Defekt am Toyota von Olivier Panis (FRA) zu einem Startabbruch, aber auch im zweiten Versuch behielt "Schumi" (61. Pole Position seiner Karriere und zum 100. Mal aus der ersten Reihe) die Nerven - der Deutsche verteidigte Platz eins. Großer Verlierer des Starts war Juan Pablo Montoya im Williams-BMW, der Hockenheim-Sieger 2003 wurde vom zweiten auf den siebenten Rang durchgereiht.

Barrichello fährt auf Räikkönen auf
Den ersten Crash des Rennens verschuldete bereits nach wenigen Metern Schumacher-Teamkollege Rubens Barrichello, der Coulthard ins Heck krachte, den Frontflügel verlor, an die Box musste und so ans Ende des Feldes rutschte. Als erster Schumacher-Verfolger etablierte sich Kimi Räikkönen, allerdings nur bis zur 13. Runde. Ein schrecklicher Defekt am neuen MP4-19B von McLaren, dessen Heckflügel abriss, verursachte das Out des Finnen: Räikkönen krachte gegen einen Reifenstapel, kletterte jedoch unverletzt aus dem Boliden.

"Es ist schade. Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Wir hatten den Speed, um zu gewinnen", trauerte der Skandinavier der großen Chance nach. Damit war nach Montoya und Barrichello, der dann auf der Schlussgerade mit einem Reifenschaden stehen blieb und erstmals in der WM 2004 ohne Punkt blieb, der nächste Konkurrent von Schumacher "entschärft", fortan ging es lediglich noch um Rang zwei hinter dem bald siebenfachen Weltmeister. Es entwickelte sich ein teilweise packender Dreikampf zwischen Alonso, Button und David Coulthard im zweiten McLaren-Mercedes, in dem der britische BAR-Pilot die Oberhand behielt. Button versuchte noch einmal Druck auf Schumacher auszuüben, der Deutsche kam jedoch mit sicheren 8,3 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Klien wieder gut, dennoch keine Punkte
Ein gutes Rennen fuhr auch der Vorarlberger Christian Klien, der zum dritten Mal nach Kanada (Neunter) und Malaysia (Zehnter) in den Top-Ten landete. Der "Rookie" aus Hohenems, der vom zwölften Startplatz aus ins Rennen gegangen war, fuhr mutiger als sonst, legte einen guten Start hin (von 12 auf 10) und fightete über weite Strecken des Rennens ambitioniert mit Ferrari-Pilot Barrichello.

"Das ganze Wochenende hat gut zusammengepasst, ich konnte fast das gesamte Rennen mit der Konkurrenz mitfighten. Wenn man mit arrivierten Leuten mitkämpfen kann, gibt das Selbstvertrauen", lautete das Resümee von Klien, der um 20 Sekunden seinen ersten WM-Punkt verpasste.

GP von Deutschland - Ergebnis:

1.Michael SchumacherFerrari1:23:54,848
2.Jenson ButtonBAR-Honda+8,388
3.Fernando AlonsoRenault+16,351
4.David CoulthardMcLaren-Mercedes+19,231
5.Juan Pablo MontoyaWilliams-BMW+23,055
6.Mark WebberJaguar-Cosworth+41,108
7.Antonio PizzoniaWilliams-BMW+41,956
8.Takuma SatoBAR-Honda+46,842
9.Giancarlo FisichellaSauber-Petronas+1:07,102
10.Christian KlienJaguar-Cosworth+1:08,578
11.Jarno TrulliRenault+1:10,258
12.Rubens BarrichelloFerrari+1:13,252
13.Felipe MassaSauber-Petronas+1 Runde
14.Olivier PanisToyota+1 Runde
15.Giorgio PantanoJordan-Ford+3 Runden
16.Zsolt BaumgartnerMinardi-Cosworth+4 Runden
17.Gianmaria BruniMinardi-Cosworth+4 Runden

Ausgeschieden:
  • Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes
  • Cristiano da Matta (BRA) Toyota
  • Nick Heidfeld (GER) Jordan-Ford

    (apa/red)

    23.7.2004 15:14
  • Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts