Spannung in Hockenheim: Ferrari kann schon den Konstrukteurs-Titel holen
- Schumi: "Hockenheim wird ein besonderer Spaß"
- Christian Klien mit neuer Jaguar Aerodynamik
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Schon am Wochenende in Hockenheim kann Michael Schumacher einen WM-Titel einfahren. Ferrari winkt der Konstrukteurs-Titel. Die Scuderia benötigt beim Großen Preis von Deutschland 13 Punkte mehr als Verfolger Renault, um sich so frühzeitig wie noch kein Team zuvor in 55 Jahren Formel-1-Geschichte die Konstrukteurs-Wertung zum sechsten Mal in Serie zu sichern.
"Hockenheim wird ein besonderer Spaß, da bin ich mir sicher", sagte Schumacher, der mit einem Sieg seinen Teil zu diesem weiteren Rekord beitragen will. "Zusätzlichen Druck verspüren wir in dieser Hinsicht nicht - wir sind als Team so stark in diesem Jahr, es müsste schon viel passieren, um uns diesen Titel noch zu nehmen."
Rein rechnerisch ist es noch möglich, dass die Roten trotz eines Riesenvorsprungs von 95 Punkten die Konstrukteurs-WM verpassen. Aber dann müsste Renault in den ausstehenden sieben Saisonläufen jeweils Doppelerfolge feiern, und Schumacher und sein Teamkollege Rubens Barrichello dürften zusammen nur noch zwölf Zähler holen. Dies ist so unwahrscheinlich wie eine Hitzeperiode am Nordpol. Allenfalls eine Verzögerung bis zum nächsten Grand Prix in Ungarn nach der dreiwöchigen Sommerpause ist denkbar.
WM-Spitzenreiter Schumacher kann am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/ORF 1, RTL und Premiere) noch einen weiteren Rekord einstellen und zugleich ein außergewöhnliches Jubiläum feiern. Triumphiert der 80-malige Grand- Prix-Gewinner auf dem 4,574 km langen Kurs, so egalisiert er bereits im 12. von 18 Läufen seine Bestmarke von elf Saisonsiegen aus seinem bisher alle Rekorde übertreffenden Traumjahr 2002. "Ich gehe davon aus, dass wir ein Wörtchen um den Sieg mitreden werden", stimmte er seine Fans und die Konkurrenz schon einmal darauf ein, dass angesichts der drückenden Ferrari-Dominanz zum dritten Mal nach 1995 und 2002 in Hockenheim ein "Schumi-Festival" angesagt ist.
Zudem kann der Deutsche zum 50. Mal in Serie von einem technischen Defekt verschont bleiben. Letztmals aus diesem Grund fiel der sechsmalige Weltmeister ausgerechnet auf dem Hockenheimring aus: Am 29. Juli 2001 stoppte ihn in der 24. Runde eine kaputte Benzinpumpe.
Komkurrenz hofft auf Hitze in Hockenheim
Für die Konkurrenz bleibt wohl nur das Nachsehen, auch wenn speziell McLaren-Mercedes dank des neuen Silberpfeil einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht hat. "Wir hätten Ferrari schlagen können, wäre es in Silverstone heißer gewesen", trauerte Teamchef Ron Dennis der knapp verpassten Siegchance nach. "Das heißt, unsere Chancen für Hockenheim stehen also nicht schlecht."
Bei Williams-BMW kommt zwar der verletzte Ralf Schumacher auf Besuch, trotzdem herrscht indes wenig Zuversicht auf einen großen Coup. Mit Wehmut erinnerte Montoya an seinen bis dato letzten Sieg vor einem Jahr in Hockenheim. "Es wäre Zeit für den nächsten Erfolg", sagte der Kolumbianer. "Das würde dem Team Aufschwung geben und unsere Position verbessern. Aber wir wissen, dass das derzeit schwierig ist."
Klien: "Hockenheim mag ich sehr gerne"
Der Österreicher Christian Klien freut sich auf Hockenheim, in praktisch allen früheren Formel-Renen war er hier bereits am Podest. Zudem hat Jaguar in Jerez ein neues Aerodynamik-Paket getestet und wird dieses auch in Hockenheim fahren. "Ich bin sehr froh, endlich wieder drei Tage hintereinander im R5 testen zu können", so der Vorarlberger. "Hockenheim mag ich persönlich sehr gerne. Die Strecke ist abwechslungsreich und bietet Platz für Überholmanöver. Und das Motodrom ist wirklich einzigartig." Sein Ziel: "Im Qualifying besser sein um dann im Rennen entsprechend platziert zu sein."
Im Rahmen der Formel 1 fährt bereits am Samstag die Formel 3000 und mit ihr die Österreicher Patrick Friesacher und Mathias Lauda. Als Seriensieger und Gesamtführender kommt aber Red-Bull-Junior Vitantonio Liuzzi ins Motodrom.
(apa/red)
