Eisel fightet sich durch seine erste Tour und hat wie Totschnig zahlreiche Angebote
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Sonntag geht die Tour zu Ende. Die Bilanz aus österreichischer Sicht fällt äußerst positiv aus. Wrolich wird einmal Fünfter, Georg Totschnig sogar 3., wird im Gesamtklassement wohl auch unter den Top 10 nach Paris radeln. Und Berni Eisel kommt bei seiner ersten Tour als Sprinter gut über die Berge und darf sich jetzt über zahlreiche Angebote freuen. Und Totschnig könnte nächstes Jahr sogar im Armstrong-Team fahren.
"Offenbar muss man drei Mal stürzen, um dazuzugehören." Bernhard Eisel machte auf der Königsetappe der Tour de France am Donnerstag in einer Abfahrt erneut unliebsame Bekannschaft mit dem harten Boden. "Ich war in einer Kurve zu schnell und bin einen Abhang hintergestürzt. Passiert ist zum Glück nichts", erklärte der Steirer, der noch acht Minuten vor dem "Gruppetto", der letzten Gruppe, ins Ziel rollte. Frei von Blessuren blieb der 23-Jährige bei seinem Debüt freilich nicht, eine offene Wunde am Gesäß verursacht Sitzprobleme. Eisel: "Ohne örtliche Betäubung ginge nichts mehr."
Eisel: "Meine Form ist Weltklasse"
Frankreich-Legionär Eisel war dennoch zuversichtlich, am Sonntag Paris zu erreichen. Auf den Champs Elysees will sein Team FdJeux.com aufzeigen, der Österreicher soll Top-Sprinter Baden Cooke unterstützen. Bedenken, dass die Wunde nach der Tour seine Olympia-Vorbereitungen stören könnte, hat er nicht, Eisel fühlt sich trotz der dreiwöchigen Strapazen enorm stark. "Wenn ich so gut über die Alpenpässe komme, muss die Form gut sein, sie ist Weltklasse", erklärte der Voitsberger, der mit 1,83 m Größe und 76 kg alles andere als der Typ eines Bergspezialisten ist.
Eisel gilt als eines der größten Talente, als ein Fahrer mit Potenzial für Siege in klassischen Tagesrennen. Seine Fähigkeiten werden von den Teamchefs geschätzt, wie das Interesse beweist. Eisels Vertrag läuft heuer aus, es gibt Kontakte zu Rennställen aus Belgien, Italien und Deutschland. "Ich habe heuer keine großen Ergebnisse, aber alle wissen, was ich draufhabe", meinte der selbstbewusste Radprofi, der bei der Tour "Stress pur" erlebte.
Totschnig ins Armstrong-Team?
Auch Georg Totschnig kann nach seiner starken Leistung bei der Tour für 2005 aus mehreren Angeboten wählen. Das Armstrong-Team US Postal, das ab nächstem Jahr den US-TV-Sender Discovery Channel als Hauptsponsor hat, hat ebenso Interesse bekundet wie das deutsche Team T-Mobile (Jan Ullrich). Bei dessen Vorgänger Telekom war Totschnig von 1997 bis 2000 unter Vertrag, ehe die Nichtnominierung für die Tour der Auslöser des Wechsels zum Gerolsteiner-Rennstall war. Der deutsche T-Mobile-Konkurrent möchte Kapitän Totschnig halten. (apa/red)
