Trotz Pleite in Kitz: Melzer und Koubek fix im Daviscup-Team gegen England
- Muster: "Melzers kämpferische Leistung nicht okay"
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Melzer out, Koubek out - trotzdem sind beide im Daviscup gegen England Ende September in Pörtschach Fixstarter. "Koubek war kämpferisch beeindruckend", streute Daviscup-Kapitän Muster dem Kärntner Rosen, "die von Melzer nicht." Abgesehen von den beiden, hat der Rest die Chance sich durch Leistung ins Rampenlicht zu spielen. Muster gab auch klare Direktiven: Die Einstellung zum Beruf müsse passen, Nachtschwärmer haben bei der ehemaligen Nummer 1 der Welt keine Chance.
Der derzeit verletzte Julian Knowle, dessen Einzug ins Doppel-Finale von Wimbledon aus der Sicht des 36-jährigen Steirers "zu wenig gewürdigt" wurde, ist natürlich bei entsprechender Fitness für das Doppel fix eingeplant. Johannes Ager ("er hat sich in den letzten eineinhalb Jahren enorm entwickelt"), Daniel Köllerer ("Ich habe hier mit ihm über sehr viele Dinge gesprochen, nicht nur über den Daviscup") und Alexander Peya zählen zum Kreis der möglichen Anwärter, nicht aber der 30-jährige Werner Eschauer.
Disziplin wird großgeschrieben
"Er ist kein Hoffnungsträger für die Zukunft und deshalb kein Thema, weil ich junge Spieler einsetzen möchte. Außerdem ist ja sein Ranking nicht so überragend", führte Muster dazu als Begründung an. Peya kommt für das Doppel in Frage, in dem es derzeit mit Knowle/Melzer, Knowle/Peya und Melzer/Peya drei Möglichkeiten gibt. "Wann Köllerer eine Chance bekommt, liegt ganz in seiner Hand", sagte Muster, der gegen die von Tim Henman angeführten Briten ("Sie sind zu schlagen") mit dem Heimvorteil im Rücken alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnützen will.
Großen Wert legt der Daviscup-Kapitän auf "Disziplin und die richtige Berufsaufassung, vom Training bis zur Turnierplanung." Dabei gibt es nun auch abendliche Lokalkontrollen, wobei er nach Mitternacht die Spieler nicht mehr außerhalb ihrer Quartiere antreffen möchte: "Ich habe allen zu verstehen gegeben, was ich erwarte, sonst hat bei mir keiner eine Chance." In Kitzbühel ist ihm bereits ein ÖTV-Spieler "zufällig in die Hände gelaufen", doch wollte er den Namen dieses "Nachtschwärmers" nicht nennen.
Junge Talente ins Training einbauen
Muster möchte ins Daviscup-Training auch jüngere Spieler einbauen und Talente auch in anderen Bereichen forcieren. So plant er pro Jahr zwei bis drei Trainingslehrgänge mit den besten Jugendlichen und denkt nach einem Gespräch mit Ion Tiriac ähnlich wie in Rumänien an die Einführung von zehn Future-Turnieren (Damen und Herren) in Österreich, um dem heimischem Nachwuchs möglichst viel Turnierpraxis zu bieten.
In diesem Bereich gibt es allerdings bei Burschen und Mädchen im konditionellen Bereich einigen Aufholbedarf, wie Sportdirektor Stan Francker offen eingestand. "Keiner ist wirklich topfit", sagte der Niederländer, der dieses Manko in den nächsten ein, zwei Jahren beheben will. "Das Potenzial ist da", behauptet er, wobei etwa der 18-jährige Vorarlberger Maturant Martin Fischer (in Paris und Wimbledon als Qualifikant im Junioren-Achtelfinale) einer der Hoffnungsträger ist. Bei den Mädchen gibt es zwar einige junge Talente, doch befürchtet Francker nach dem sich abzeichnenden Karriere-Ende von Barbara Schett ein "großes Loch", das nur langsam zu schließen sein dürfte.
(apa/red)
