Werner Schlager entspannt nach Athen:
"Muss nur mit mir selbst im Reinen sein"
- "Olympia für uns ein Turnier wie jedes andere auch"
- Weltmeister sieht sich nicht als Favorit auf Gold
Cool und ohne Druck sieht Tischtennis-Weltmeister Werner Schlager den Olympischen Spielen in Athen entgegen. "Ich muss nur mit mir selbst im Reinen sein." Als Gejagter sieht er sich nicht. "Ich lass mich da in keine Favoritenrolle drängen". Überhaupt misst er dem Olympischen Turnier nicht allzu viel Bedeutung bei: "Für uns ein Turnier wie jedes andere auch."
Vielmehr ist es Spielfreude, mit der er den Saison-Höhepunkt in Angriff nimmt. Voll motiviert reiste er am Sonntag ins Camp im Bundessport- und Freizeitzentrum Faak/See an, dem in den nächsten beiden Wochen Trainingslager in der schwedischen Stadt Köpping und in Senigalia an der Adria folgen.
Keine Favoriten, Spitze eng beieinander
Schlager glaubt, in diesen drei Wochen spielerisch sehr weit zu kommen, danach fehlt ja nur noch eine Woche bis zu seinem ersten Olympia-Match. "Da mach' ich mir keine Sorgen, denn mit der Motivation kommt die Kreativität", sagt der Niederösterreicher. Nach den US Open hatte er das Tischtennis-Training für zwei Wochen reduziert, wodurch er mit Vorfreude zu den Trainingseinheiten am Faaker See kam.
Durch seinen Weltmeister-Status sieht sich Schlager in Athen nicht als Gejagter, obwohl Olympiasieger Kong Linghui von Chinas Verband nicht nominiert wurde. "Es gibt keinen Favoriten, die Spitze ist ungemein eng beieinander. Ich lass mich da auch überhaupt nicht unter Druck setzen", steht der Computer-Freak quasi über den Dingen. "Ich muss mit mir im Reinen sein, dann passt es. Die einzige Verantwortung von mir ist nur gegenüber mir selber", erklärt der Weltranglisten-Achte.
"Olympia Turnier wie jedes andere auch"
Und als solcher ist er sich seiner Stärken bewusst, weiß, dass kein Gegner für ihn unschlagbar ist. "Die Auslosung ist mir daher eigentlich auch ziemlich egal, auch im Doppel. Ich schaue von Partie zu Partie." Selbst dem Olympia-Turnier an sich misst der SVS-Niederösterreich-Star keine allzu übergeordnete Bedeutung zu, sieht es als nicht viel mehr als ein Turnier von vielen. "Es gibt eine große Diskrepanz zwischen medialem und sportlichem Stellenwert. Olympia ist für uns wie jeder anderer Wettkampf", verblüfft Schlager.
Einzig die intensivere Vorbereitung lässt den Zeitsoldaten spüren, dass etwas Spezielles naht. "Sicher bereiten wir uns auf WM und Olympia konzentrierter vor. Aber ich muss natürlich auch auf alles andere achten. Die Pro Tour ist wegen der Weltrangliste bedeutend und die wieder wegen der Setzung bei großen Titelkämpfen. Genauso ist's mit der Europaliga. Und für den Klub und die Sponsoren ist alles von der Champions League bis zur Superliga wichtig." Vielleicht liegt ja in dieser Einstellung das Erfolgsgeheimnis von Schlager begründet.
(apa/red)
