Emotionaler Appell: Papst ruft zu internationalem Eingreifen in Darfur auf!
- "Wie kann man da gleichgültig bleiben?"
- Blutvergießen muss beendet werden
Papst Johannes Paul II. hat einen eindringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft gerichtet, in der sudanesischen Darfur-Region, Schauplatz von Verfolgungen und "ethnischen Säuberungen", einzugreifen. "Der Krieg bringt immer mehr Armut, Verzweiflung und Tod mit sich. Wie kann man da gleichgültig bleiben?", sagte er beim Angelus-Gebet am Sonntag in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo.
Er appelliere an die politisch Verantwortlichen und die internationalen Organisationen, "diese schwer geprüften Brüder und Schwestern nicht zu vergessen". Abschließend rief der Papst alle Christen dazu auf, für die Menschen in Afrika zu beten.
Der Papst ging auch auf den blutigen Konflikt in Norduganda ein. Das Land sei seit mehr als 18 Jahren in einen "unmenschlichen Konflikt" verwickelt, der Millionen von Menschen und insbesondere Kinder betreffe. "Ich wende mich an die internationale Gemeinschaft und an die politisch Verantwortlichen im Lande, damit dieser tragische Konflikt beendet wird", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. In Uganda werden der Rebellenbewegung "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA) schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt.
Berittene arabische Janjaweed-Milizen terrorisieren nach UNO- Angaben die schwarzafrikanische Bevölkerung, die systematisch vertrieben wird. 1,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Bisher flohen etwa 200.000 in den Nachbarstaat Tschad; teilweise wurden sie von den Milizen über die Grenze verfolgt. Hunderte von Dörfern wurden von den Milizen niedergebrannt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat nach eigenen Angaben Beweise dafür, dass die sudanesische Regierung die "ethnische Säuberung" in Darfur tatkräftig unterstützt. (apa)
