Samstag, 24. Juli 2004

Besatzungstruppen im Irak unter Druck: Islamisten drohen Australien mit Terror!

  • Auch Italien im Visier von Al-Kaida-Gruppierung: "Ihr werdet die Hölle mit euren Augen sehen"

Ein Gruppe, die sich selbst als europäischer Flügel der Al-Kaida-Organisation bezeichnet, hat Australien und Italien mit Anschlägen gedroht, sollten beide Länder nicht ihre Truppen aus dem Irak abziehen. Auf einer Internetseite drohte die Gruppe am Samstag, sie werde Australien und Italien "mit Kolonnen präparierter Autos" angreifen, wenn diese Länder ihre Forderungen nicht erfüllten.

Unterzeichnet war die Erklärung mit "Islamische Tauhid Gruppe, Al- Kaida-Organisation Europa". Erst am Mittwoch hatte diese bis dahin unbekannte Gruppe Bulgarien und Polen ebenfalls mit Anschlägen gedroht, falls beide Länder nicht ihre Truppen aus dem Irak abzögen.

"Australier, wenn Eure Regierung einen Abzug und eine Antwort an uns ablehnt, werden wir den Boden neben Euren Füßen erschüttern lassen, wie wir es in Indonesien getan haben, und Kolonnen präparierter Autos werden nicht stoppen", hieß es in der am Samstag verbreiteten Erklärung. Bei Bombenanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali waren im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen getötet worden, darunter 88 Australier.

An Italien gerichtet hieß es in der Erklärung: "Italiener, wir raten Euch, unser Angebot anzunehmen und wenn Ihr ablehnt, werdet Ihr hören, wie die Kolonnen präparierter Autos Eure Städte erschüttern." Die Gruppe sprach auch Drohungen gegen australische Interessen in arabischen und moslemischen Ländern aus. "Unsere Arme sind lang und wir können jeden erreichen, wann immer wir wollen."

Die Extremisten forderten Australien und Italien auf, mit einem Truppenabzug anderen Ländern wie Spanien zu folgen, die aus der von den USA geführten Irak-Allianz ausgetreten sind. "Folgt dem Weg der Philippinen und Spaniens. Es ist der richtige Weg, der Euch ein sicheres Leben garantiert", hieß es.

Australien will sich nicht beugen
Australien will sich der Forderung nicht beugen. Außenminister Alexander Downer sagte am Sonntag im Fernsehen, die Regierung nehme die Attentatsdrohungen der Gruppe ernst, doch werde sie sich dem Druck der Extremisten nicht beugen.

Eine Sprecherin des US-Präsidialamtes hatte zuvor gesagt, Terroristen hätten es auf jene abgesehen, die dem irakischen Volk helfen wollten. "Man kann mit Terroristen keinen Separatfrieden schließen", fügte sie hinzu. Australien hat im Irak und der Golf-Region 850 Soldaten stationiert.

(apa/red)

24.7.2004 21:02