Mittwoch, 21. Juli 2004

Chaos in der Krisenregion Darfur: 38 Tote bei Rebellen-Überfall auf Hilfstransport

  • Neun Soldaten und 29 Rebellen unter den Opfern

Bei einem Rebellenangriff auf einen Hilfsgütertransport in der westsudanesischen Krisenregion Darfur sind nach Medienberichten 38 Menschen getötet worden. Die Rebellen hätten sich in Ambru im Norden Darfurs eine Schießerei mit der Militäreskorte des Konvois geliefert, berichtete der Pressedienst "Sudanese Media Center" (SMC) am Mittwoch. Neun Soldaten und 29 Rebellen seien dabei getötet worden.

Die Regierung in Khartum bestätigte den Angriff vom Montag, machte jedoch keine Angaben zu Toten oder Verletzten. Ebenfalls am Montag überfielen Rebellen laut SMC einen Lastwagen mit Hilfsgütern des UNO- Welternährungsprogramms (WFP) im Norden von Dafur. Die Angreifer hätten die Nahrungsmittel gestohlen und den Fahrer verprügelt.

Die Regierung erklärte derweil, wegen der begonnenen Regenzeit seien Teile von Darfur nicht mehr per Straße zu erreichen. Eine Luftbrücke zur Versorgung mit Hilfsgütern habe bereits begonnen.

Der Konflikt im Westsudan ist laut UNO derzeit die weltweit schlimmste humanitäre Krise. Seit Beginn der Kämpfe zwischen zwei Rebellenorganisationen schwarzafrikanischer Volksgruppen gegen die von der der sudanesischen Regierung unterstützte Janjaweed-Miliz im Februar 2003 wurden Schätzungen zufolge mehr als 10.000 Menschen getötet. Rund 200.000 Menschen flohen aus Darfur in den Tschad, wo sie in armseligen Lagern untergebracht sind. Im Sudan selbst sind rund eine Million Menschen auf der Flucht. Hunderttausende drohen in den kommenden Monaten zu verhungern. (apa)

21.7.2004 17:49