Mittwoch, 21. Juli 2004

Neue Drohung irakischer Terroristen: Sechs Geiseln sollen enthauptet werden!

  • Entführer fordern Rückzug von Ländern, die im Irak nicht präsent sind

Wieder haben Entführer im Irak mit der Enthauptung von Geiseln gedroht. Der arabische Fernsehsender Al Arabiya strahlte am Mittwoch ein Video einer Gruppe mit Namen "Träger der schwarzen Banner" aus, auf dem eine vermummte Person erklärte, sie hätten drei Inder, zwei Kenianer und einen Ägypter als Geiseln genommen.

Einen Tag nach der Freilassung eines gekidnappten philippinischen Lastwagenfahrers droht die Gruppe die sechs ausländischen Lkw-Fahrer zu ermorden, sollte sich deren kuwaitischer Arbeitgeber nicht umgehend aus dem Irak zurückziehen. "Wir haben alle Länder, Firmen, Geschäftsleute und Lastwagen gewarnt, die mit den amerikanischen Cowboy-Besatzern zusammenarbeiten", hieß es.

Drohungen hat es erneut auch gegen Militärverbündete der USA gegeben. Die Gruppe Tawheed wa Jihad, die sich selbst als "Organisation von El Kaida in Europa" bezeichnet, hat auf einer arabischen Internetseite Bulgarien und Polen mit Terroranschlägen in ihren Ländern gedroht. Sofia und Warschau haben einen Abzug ihrer Truppen aus dem Irak aber ausgeschlossen.

Auch die Terroranschläge im Irak nehmen kein Ende. Bei Autobombenexplosionen in Bagdad und Ramadi sind am Mittwoch sieben Menschen ums Leben gekommen. Bei einem Raketenangriff auf ein Krankenhaus in Bagdad wurden mindestens zwei Menschen getötet. In der Stadt Mussayab südlich von Bagdad erschossen unbekannte Täter den stellvertretenden Direktor einer Zementfabrik auf offener Straße. Ein Kraftwerk der Stadt wurde mit Mörsergranaten beschossen.

Indes droht die geplante UNO-Mission im Irak nach den Worten von Generalsekretär Annan zu scheitern. Es ist fraglich, ob die Weltgemeinschaft genügend Sicherheitskräfte für eine Schutztruppe zusammen bekommt. "Bisher haben erst drei bis vier Länder ein gewisses Interesse bekundet", sagte Annan. (apa)

21.7.2004 17:13