Mittwoch, 21. Juli 2004

Fast 400 Tote nach Unwettern in China: 100.000 mussten ihre Häuser verlassen

  • Drei Frauen wurden vom Blitz erschlagen
  • Trotz Regenfälle Trinkwasserverknappung in Indien

Unwetter im Süden Chinas haben mindestens 384 Menschen das Leben gekostet. Einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden zuletzt auf der Insel Hainan drei Frauen vom Blitz erschlagen. Sie hatten unter einem Baum Schutz vor den starken Regenfällen gesucht.

In der Provinz Yunnan wurden nach einem Erdrutsch noch 53 Menschen vermisst, wie das Fernsehen berichtete. Allein die von den Wassermassen ausgelösten Erdrutsche sollen für 75 Prozent der Todesfälle verantwortlich sein. Nach Regierungsangaben mussten schon mehr als 100.000 Menschen wegen der Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Der bisher entstandene Schaden wird auf umgerechnet fast 30 Millionen Euro geschätzt.

In anderen Teilen Asiens fielen weitere 31 Menschen den Monsun-Regenfällen und heftigen Unwettern zum Opfer. Damit stieg die Zahl der Toten außerhalb Chinas auf 535. In Bangladesch kamen Nachrichtenberichten zufolge 15 weitere Menschen ums Leben, darunter auch Kinder. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 140. Das Ministerium für Katastrophenschutz in Dhaka gab am Mittwoch an, von den 64 Bezirken des Landes seien 40 von Überschwemmungen betroffen.

In Indien ertranken weitere 16 Menschen in den Fluten, wie die Behörden mitteilten. Bisher kamen dort mindestens 310 Menschen ums Leben. Im Unionsstaat Bihar brach die Stromversorgung zusammen, alle wichtigen Straßen und Zugverbindungen standen unter Wasser.

Dennoch drohte eine anhaltende Trockenheit in den zentralen Unionsstaaten Andhra Pradesh, Madhya Pradesh, Maharashtra, Rajasthan, Haryana und Punjab. Nach Angaben von Ministerpräsident Manmohan Singh fielen dort in den vergangenen Wochen bis zu 50 Prozent weniger Regen als sonst üblich. Dies könne zu einer Trinkwasserknappheit führen. (apa/red)

21.7.2004 14:40