Mittwoch, 21. Juli 2004

Anti-Terror-Einsatz gegen Extremisten in Riad: Mehrere Tote bei heftigen Gefechten!

  • Polizei liefert sich Schußwechsel mit Terrorverdächtigen
  • Saudiarabien geht verschärft gegen El-Kaida vor

Bei einem Anti-Terror-Großeinsatz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind zwei mutmaßliche Extremisten erschossen worden. Während eines Feuergefechts wurden drei Terrorverdächtige sowie drei Polizisten verletzt, wie ein Beamter des Innenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur SPA mitteilte. Nach offiziellen Angaben wurden die Sicherheitskräfte mit Handgranaten und Granatwerfern angegriffen, als sie ein vermutlich von Extremisten benütztes Wohnhaus in Riad durchsuchen wollten. Sie hätten daraufhin das Feuer erwidert.

Die Polizei wurde offenbar im Verlauf des Gefechts noch von einer zweiten Gruppe Bewaffneter unter Beschuss genommen. Diese habe die Sicherheitskräfte von ihrer ursprünglichen Razzia ablenken wollen. Über die Identität der Toten und Verletzten wurde zunächst nichts bekannt.

Der TV-Nachrichtensender Al Jazeera berichtete, unter den Opfern könnte sich Saleh Mohammed al Aufi befinden, der mutmaßliche Al-Kaida-Resident in Saudiarabien. Ihm habe der Einsatz offenbar gegolten. Das Innenministerium teilte lediglich mit, man habe die Frau und drei Kinder Aufis in Gewahrsam genommen.

Die saudiarabischen Behörden gehen seit Monaten verschärft gegen Al-Kaida-Anhänger in dem Königreich vor. Dabei kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Zusammenstößen. Im Juni hatte Al Kaida offizielle Berichte über den Tod ihres 31-jährigen Anführers Abdulaziz al Mukrin zurückgewiesen. Derartige Meldungen zielten darauf ab, "die heiligen Krieger von ihrem Weg abzubringen". Doch Innenminister Prinz Nayef ließ im Fernsehen ein Foto der Leiche Mukrins zeigen lassen. Eine Serie von Entführungen und Anschlägen hat die in dem Königreich lebenden westlichen Ausländer zutiefst verunsichert. (apa/red)

21.7.2004 08:30