Brasilien gibt Flugzeuge von Drogenschmugglern zum Abschuss frei
- Kontrollmaßnahmen sollen Irrtümer verhindern
Die brasilianische Regierung hat Flugzeuge mutmaßlicher Drogenschmuggler zum Abschuss freigegeben und damit auf die zunehmende Verletzung seines Luftraums durch Rauschgifthändler reagiert. Präsident Luiz Inacio da Silva unterzeichnete am Montag ein entsprechendes Gesetz - sechs Jahre nach seiner Verabschiedung durch den brasilianischen Kongress. Zuvor hatte sich die Regierung bemüht, die Bedenken der Nachbarländer sowie der Vereinigten Staaten auszuräumen.
Bisher war Kolumbien das einzige lateinamerikanische Land gewesen, das den Abschuss von Drogen-Flugzeugen erlaubte. Die Regelung ist umstritten, zumal vor drei Jahren in Peru fälschlicherweise ein Flugzeug mit einer amerikanischen Missionarin und ihrem Kind an Bord abgeschossen wurde.
Um ähnliche Fehler zu vermeiden, schreibt das brasilianische Gesetz mehrere Kontrollmaßnahmen vor, bevor es zu einem Abschuss kommen darf. Nur, wenn sich die Piloten der verdächtigen Flugzeuge weigern, sich zu identifizieren, zu landen und auf Warnschüsse zu reagieren, dürfen die Maschinen abgeschossen werden.
Nach Angaben eines Sprechers der brasilianischen Luftabwehr haben Schmuggler bisher zum Teil mit obszönen Gesten oder aggressiven Flugmanövern auf die Luftwaffe reagiert. "Wir erdulden diese Demütigungen jeden Tag", sagte der Sprecher. Nun sei die Luftwaffe bereit zurückzuschlagen. Brasilien zählt zu den Staaten mit dem größten Durchgangsverkehr von Drogen und einem riesigen Markt für Kokain aus Kolumbien und Peru. (apa)
