"Juden sollen Frankreich verlassen": Sharon wiederholt Emigrationsaufruf
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Der Wortkrieg zwischen Israel und Frankreich eskaliert! Ministerpräsident Sharon beharrt auf seiner Aufforderung an die Juden zur Auswanderung nach Israel. Er wiederholt seinen Emigrationsaufruf: "Juden sollen Frankreich verlassen". Frankreich reagierte empört: Chirac erklärte Sharon zur unerwünschten Person. Prompte Reaktion aus Israel: Sharon plane ohnehin nicht, in nächster Zeit nach Frankreich zu reisen.
In einer Mitteilung seines Büro in Jerusalem hieß es, Premier Sharon sei weiterhin davon überzeugt, dass es in Frankreich Antisemitismus gebe. Ungeachtet ernsthafter Gegenmaßnahmen der dortigen Regierung dränge er die französischen Juden zur Immigration nach Israel - so wie er Juden in aller Welt dazu rate.
Aus Empörung über die Äußerungen Sharons hatte der französische Staatspräsident Chirac erklärt, der israelische Regierungschef sei in Frankreich vorerst nicht willkommen. Ein Besuch Sharons sei erst dann in Erwägung zu ziehen, wenn Israel die Aufforderung an die französischen Juden klarstelle. Aus Sharons Büro verlautete dazu, in den kommenden Monaten sei ohnehin kein Besuch Sharons in Frankreich geplant gewesen.
Mit seiner Aufforderung an französische Juden, wegen des "wildesten" Antisemitismus in ihrem Land rasch nach Israel auszuwandern, hatte Sharon einen schweren Konflikt nicht nur mit der französischen Regierung, sondern auch mit führenden Vertretern des französischen Judentums herbeigeführt. Ein Sprecher des Großrabbiners von Frankreich, Joseph Sitruk, wies die Aussagen Sharons zurück; der Auswanderungsappell sei unbegründet und gegenstandslos.
Vom Exekutivbüro des jüdischen Zentralrates CRIF kam der Vorwurf, Sharon würde "in nicht hinzunehmender Weise Öl ins Feuer gießen". CRIF-Ehrenpräsident Theo Klein erklärte, Sharon sollte es der jüdischen Gemeinschaft Frankreichs überlassen, sich um ihre Probleme zu kümmern. Klein, eine der prominentesten jüdischen Persönlichkeiten Frankreichs, hatte Sharon schon bei früheren Anlässen des Missbrauchs des Antisemitismus-Vorwurfs beschuldigt.
Frankreich fordert Klarstellung
Der französische Außenminister Michel Barnier hat die Forderung seiner Regierung nach einer israelischen Klarstellung zu den von Ministerpräsident Ariel Sharon erhobenen Antisemitismus-Vorwürfen wiederholt. Barnier sprach in diesem Zusammenhang im Rundfunksender "Europe 1" von "ernsten Meinungsverschiedenheiten" mit Israel. (apa/red)
