Mittwoch, 21. Juli 2004

Bischof Kurt Krenn in der Sex-Falle: NEWS über den Skandal in der Diözese St. Pölten!

  • Warum Papst Johannes Paul II. den Bischof entmachtet
  • Muss Krenn schon bald krankheitshalber resiginieren?

Der Leidensweg des Kurt Krenn ist seit Dienstag dieser Woche zu Ende. Papst Johannes Paul II. hat ihm einen Visitator vor die Nase gesetzt und ihn dadurch unwiderruflich in seiner bischöflichen Autorität beschädigt. Fast zwei Jahrzehnte lang stand der konservative Theologe und Philosoph aus Oberösterreich in allerhöchster Gunst und jetzt formieren sich die Kardinäle in Rom gegen ihn. Die Zukunft Krenns ist zwar noch ungewiss - aber eines ist ziemlich sicher: Der Bischof von St. Pölten wird sein Amt wohl bald abtreten müssen.

Am Montagvormittag referierte der mächtige Kurienkardinal Giovanni Battista Ré dem geschockten Papst persönlich die Vorkommnisse in St. Pölten. Möglicherweise
erfuhr Karol Wojtyla so zum ersten Mal die ungeschönte Wahrheit über das Wirken
Krenns. Die Informationen von Eminenz Ré stammen aus erster Hand: Zum einen wurde er von Kardinal Christoph Schönborn, zum anderen von Erzbischof Georg Zur, dem Apostolischen Nuntius in Österreich, persönlich gebrieft.

Sanktionen gegen Krenn unvermeidbar
Schönborn – offiziell auf Urlaub in Frankreich (gemeinsam mit seinem
Stellvertreter in der Bischofskonferenz, Egon Kapellari), inoffiziell Clearingstelle in der „Causa Krenn“ – wurde bereits in der Vorwoche über die Pläne der Kurienkardinäle vorinformiert: Angesichts des weltweiten Echos seien schwere Sanktionen gegen Krenn unvermeidbar. Der katholischen Kirche dürfe kein weiterer Schaden zugefügt werden.

Während also Kurt Krenn noch voll auf seine Verteidiger (Papstsekretär Dziwisz, Papstfreund Kardinal Jaworski) vertraute und er im NEWS-Interview der Vorwoche noch starke Töne spuckte („Das alles geht die Bischofskonferenz einen Dreck an“), war sein Schicksal seit der Vorwoche längst besiegelt: die völlige Entmachtung – de facto eine Amtsenthebung.

Erzbischof Georg Zur, der Apostolische Nuntius in Österreich, übernahm am Montag die Aufgabe, dem Bischof von St. Pölten den Beschluss des Papstes mitzuteilen: die Ernennung von Bischof Klaus Küng zum gesamtdiözesanen Visitator und die Überleitung aller Vollmachten von Krenn auf Küng. Krenn war wie vom Schlag getroffen. Ab Dienstag waren er und sein Sekretär nicht mehr erreichbar.

Wird Krenn bald krankheitshalber resignieren?
Kurt Krenn bleibt zwar formell Bischof von St. Pölten – de facto aber nicht. Denn durch die vollzogene Entmachtung wurde ihm die bischöfliche Autorität entzogen. Ohne die kann eine Diözese nicht geführt werden. Krenn wird daher schon in sehr naher Zukunft krankheitshalber resignieren. In einem vergleichbaren Fall hat der Bischof von Boston (USA) Pädophilie in den Reihen seiner Priester gedeckt. Die Diözese musste Millionen Dollar an Strafen für die Opfer zahlen – dem Bischof wurde eine nicht existente (fiktive Titular-) Diözese zugeteilt, in der er dann für immer versunken ist.

Kurt Krenn wird also entweder zum Emeritus ernannt (was laut Kirchenrecht möglich ist) und in die Zwangspension geschickt – oder auch er bekommt eine Titulardiözese, in der er nichts mehr anrichten kann. In St. Pölten jedenfalls sind Leitungsfunktionen undenkbar. Seine neuerliche Ordination würde unter Klerus und Kirchenvolk ein Erdbeben auslösen. Genau das kann die katholische Kirche nicht brauchen.

21.7.2004 18:33