Küng setzt Arbeit in St. Pölten fort: Visitation wird etwa 6 Wochen dauern
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"Klarheit schaffen": Dieses Ziel hat sich der päpstliche Visitator Klaus Küng für seine Untersuchungen in St. Pölten gesetzt. Küng hat seine am Mittwoch aufgenommene Arbeit fortgesetzt. Die vermutlich zahlreichen Gespräche, die notwendig sein werden, werde er nicht nur im Bischöflichen Palais, sondern auch an anderen Orten führen. Im Pressereferat der Diözese St. Pölten wurde diesbezüglich etwa Schloss Walpersdorf genannt, der Sitz der Missionsschwestern vom Hl. Petrus Claver, wo Küng während der Visitation wohnt. Forum XXIII-Präsident hat sich ebenfalls für Gespräche angemeldet. Insgesamt muss man damit rechnen, dass die Visitation so etwa sechs Wochen dauern wird.
Der Feldkircher Bischof führte bereits in den letzten Tagen erste Gespräche, Dienstagabend mit Bischof Kurt Krenn, am Mittwoch mit Weihbischof Heinrich Fasching. Krenn hält sich derzeit außerhalb seiner Diözese auf.
Auf dem Programm des Visitators stehen auch mehrere Treffen mit Amtsleitern. Er wolle zunächst mit allen sprechen, die wichtige Aufgaben in der Diözese hätten und werde in weiterer Folge "jedem zur Verfügung stehen, der meint, etwas Wichtiges mitteilen zu müssen", sagte Küng.
Seine Aufgabe sei es, für "Klarheit" zu sorgen, betonte Küng. Neues Vertrauen schaffen verfolge er dabei als Ziel, das gelte insbesondere für das Priesterseminar, das ihm ein großes Anliegen sei. Die Dauer seiner Aufgabe in St. Pölten sei noch nicht abschätzbar und auch vom Auftrag offen gelasse", sagte Küng. Eine Visitation habe keinen starren Ablauf. Zuerst wolle er sich einen "Überblick verschaffen".
Küng betonte, "ohne Voreingenommenheit und als Außenstehender" nach St. Pölten gekommen zu sein. Er werde versuchen, Dinge von allen Seiten zu hören und sich dannach "eine eigenständige Meinung bilden". Der Visitator unterstrich, dass er prinzipiell zu jedem Gespräch bereit sei und "niemand ausgeschlossen" werde.
An die Medienvertreter richtete Küng die Bitte, Geduld zu haben, damit er sich den Personen widmen könne. Er werde Zeit und Kraft brauchen und wolle Prioritäten setzen. Daher seien zuerst jene an der Reihe, die mit der Leitung der Diözese beauftragt sind. Er orte Offenheit, sagte der Visitator zu seinen ersten Eindrücken im Bischöflichen Palais.
Unterdessen sucht auch Karl Dillinger, Präsident des Forum XXII "zur Orientierung in Kirche und Gesellschaft" das Gespräch mit Küng. "Ich habe mich schon angemeldet." Und das sogar "zweifach" - über Weihbischof Heinrich Fasching und via E-Mail bei Bischof Küng." Jetzt warte er auf einen Termin, sagte Dillinger. Der Weihbischof habe ihm versprochen, sich dafür zu verwenden.
Dillinger hatte gemeinsam mit dem Paudorfer Pfarrer Pater Udo Fischer am Dienstag "mit Freude und Dankbarkeit" zur Kenntnis genommen, "dass Papst Johannes Paul II. auf die skandalösen Vorfälle in der Diözese St. Pölten rasch reagiert und eine Apostolische Visitation durch Bischof Klaus Küng angeordnet hat. Wir erwarten, dass im Rahmen der Überprüfung der pastoralen Situation der Diözese die Priester und Laien ihre Sorgen und Beschwerden eingehend darlegen können", war in einer Erklärung zu lesen.
Die Laienorganisation Forum XXIII zählt zu den Krenn-Kritikern. In einer Stellungnahme zur zehnjährigen Amtszeit des Diözesanbischofs 2001 hatte Dillinger festgestellt, Krenn habe "nachweislich über 90 Konflikte und Kontroversen vom Zaun gebrochen".(apa/red)
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