Stichwort: Apostolische Visitation - alle Details über die Vatikansmaßnahme!
- Gilt als eine offizielle Misstrauenserklärung an die Amtsführung des betroffenen Ortsbischofs
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Die Ernennung eines Apostolischen Visitators für eine Diözese gilt als eine außergewöhnliche Maßnahme. Ein Apostolischer Visitator wird von Rom gewöhnlich nur dann ernannt, wenn der Papst schwere Missstände in einem Bistum vermutet und sich ein genaues Bild machen will.
Ein solcher Schritt gilt als eine offizielle Misstrauenserklärung an die Amtsführung des betroffenen Ortsbischofs. Der Visitator hat weit reichende Vollmachten. Der visitierte Diözesanbischofarf keine Entscheidungen mehr selbstständig treffen.
Die Einsetzung eines Apostolischen Visitators für eine gesamte Diözese bedeutet, dass der Visitator im Auftrag des Papstes die gesamte Amtsführung des Diözesanbischofs sowie alle diözesanen Einrichtungen zu überprüfen hat. Seine Funktion wird von kirchlichen Insidern mit der eines "Kontrollors mit umfassenden Vollmachten" beschrieben. Der Visitator ist nur dem Papst verantwortlich; sein Bericht ist der "erste Schritt für weitere Maßnahmen".
Grundsätzlich gehören "Visitationen" zur kirchlichen Routine: Die Pfarren werden regelmäßig von ihrem Bischof - oder einem seiner Vertreter - besucht. Klösterliche Gemeinschaften erhalten in gewissen Abständen "Besuch aus Rom". Diese - oft sehr formell gehaltenen - Visitationen sollen die Gemeinschaften und Gemeinden in ihrem pastoralen Eifer und in ihrer apostolischen Gesinnung stärken - oder auch für Kurskorrekturen sorgen.
In Krisenfällen gibt es aber auch außerordentliche Visitationen. Im niederösterreichischen Stift Göttweig fand im Frühjahr 1998 nach der Affäre um den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groer eine derartige "apostolische Visitation" statt. Die Visitation betraf aber nur ein Kloster und nicht eine ganze Diözese. Visitator war 1998 der US-amerikanische Marcel Rooney, Abt-Primas der weltweiten Konföderation der Benediktiner. Über das Ergebnis dieser Visitation wurde die Öffentlichkeit bis heute nicht informiert. (apa)
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