Beschluss der geheimen Bischofs-konferenz: 6 Wochen "Maulkorb" für Krenn!
- Darf nur nach Abstimmung mit Küng Stellungnahmen abgeben. Kinderporno-Prozess in 6 - 8 Wochen!
·Krenns Wunsch: Ruhe zum Arbeiten
Er lobt Küng und schließt Abberufung nicht aus
·Sechs Wochen lang: 'Maulkorb' für Krenn
Krenn muss sich bei Küng 'Sprecherlaubnis' holen
·Die BILDER zur Kirchen-Sex-Affäre
Anonym verschickte Fotos lösten Skandal aus
·War der Rücktritt Krenns notwendig?
Umfrage: Sind Sie mit dem Schritt einverstanden?
·Wer wird Kurt Krenns Nachfolger?
Vorarlberger Bischof Klaus Küng ist der Top-Favorit
·Dieser Brief macht Sex-Affäre publik
Das Schreiben im Wortlaut zum Nachlesen
Beim geheimen Krisengipfel der Bischöfe in Mariazell bekam der St. Pöltner Oberhirte von seinen Mitbrüdern einen "Maulkorb" verpasst: Kurt Krenn muss für die Dauer der Visitation - Dauer laut Sprecher von Kardinal Schönborn sechs Wochen - alle öffentlichen Stellungnahmen mit Kontrollor Küng abstimmen. Der vom Papst quasi entmachtete Bischof muss auch alle wichtigen Entscheidungen in der Diözese mit dem Visistator besprechen. Der Kinder-Porno-Prozess gegen den Priesterseminaristen könnte bereits in 6 bis 8 Wochen beginnen.
Der Apostolische Visitator Klaus Küng werde seine am Mittwoch begonnene Arbeit am Wochenende nicht unterbrechen, teilte das Pressereferat der Diözese St. Pölten am Freitagnachmittag mit. Der Feldkircher Bischof werde vielmehr "weiter um die Klärung der Probleme" bemüht sein. Die Voruntersuchungen für verschiedene Befragungen hätten begonnen, darüber hinaus seien die Gespräche mit Angehörigen der Diözese im Laufen.
Für Mitteilungen an den Visitator bzw. Ansuchen um Gesprächstermine bei Küng gibt es seit Freitag auch eine direkte E-Mail-Adresse: mailto:visitation@kirche.at. Darüber hinaus steht weiterhin auch die Telefonnummer 02742 / 324 - mit Weiterleitung zu Bernhard Augustin, dem Sekretär des Feldkircher Bischofs - zur Verfügung.
Bischofs-Treffen in Mariazell
Die Bischöfe hätten lediglich über die aktuelle Situation geredet, das Treffen sei unspektakulär verlaufen. Besprochen wurde laut Erich Leitenberger, Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn, die Frage der Priesterausbildung. Wobei festgehalten wurde, dass der gemeinsame Vorbereitungslehrgang für alle österreichischen Priesterseminaristen verpflichtend ist. Niederösterreich hatte sich zuletzt aus dem Propädeutikum ausgeklinkt. Dies wird laut Leitenberger ab Herbst wieder rückgängig gemacht: "Wenn es St. Pöltner Kandidaten gibt, werden sie sicher den Vorbereitungslehrgang machen müssen."
Krenn wieder ins Mühlviertel auf Urlaub gefahren
In St. Pölten hieß es, dass Bischof Krenn nach der Aussprache im steirischen Marienwallfahrtsort wieder in seine oberösterreichische Heimatgemeinde Oberkappel gefahren sei. In diesem Mühlviertler Ort verbringe der Bischof - wie jedes Jahr - ein paar Urlaubstage. Wann er wieder nach St. Pölten zurückkehren wird, sei noch offen, hieß es.
An dem Treffen in Mariazell, das geheim gehalten werden sollte, haben am Donnerstag alle Diözesanbischöfe teilgenommen. Auch der Feldkircher Bischof Klaus Küng, der am Dienstag vom Papst zum Apostolischen Visitator von St. Pölten ernannt worden war, unterbrach für einen Tag seine Arbeit in der Diözese von Bischof Krenn und nahm an dem Bischofstreffen teil.
Strafantrag gegen Priesterseminaristen
Im strafrechtlich relevanten Teil der Causa hat der Staatsanwalt indessen seinen Strafantrag gegen jenen Priesterseminaristen eingebracht, dem der Besitz von Kinderpornos vorgeworfen wird.
Am Computer des 27-Jährigen war laut Staatsanwaltschaft eine "Vielzahl von pornografischen Darstellungen mit Unmündigen" entdeckt worden. Laut Staatsanwalt Walter Nemec drohen dem Mann nun bis zu zwei Jahre Haft. Wann der Prozess am Landesgericht St. Pölten stattfinden wird, ist noch unklar. Üblicherweise sei aber mit einer Frist von sechs bis acht Wochen zu rechnen, sagte Nemec am Freitag auf Anfrage der APA. (apa/red)
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