Samstag, 24. Juli 2004

Drittes Treffen mit Staatschef: Präsident Fischer traf Schweizer Amtskollegen Deiss!

  • Themen: EU, Naher Osten & gemeinsame Fußball-EM
  • Gute Beziehungen beider Länder unterstrichen

Bundespräsident Heinz Fischer ist am Sonntag am Rande der Salzburger Festspiele mit seinem Schweizer Amtskollegen Joseph Deiss zusammengetroffen. Der Bogen beim Meinungsaustausch spannte sich über die EU, den Nahen Osten, Kosovo, Irak, die Alpenkonvention bis hin zur gemeinsamen Ausrichtung der Fußball- Europameisterschaft 2008, wie die beiden Präsidenten anschließend erklärten.

Was die bilateralen Beziehungen betreffe, so gebe es "keine Probleme", sagten Fischer und Deiss. Es gebe so gut wie keine Differenzen mit der Schweiz, und die wirtschaftlichen Kontakte seien hervorragend, unterstrich Fischer. In der Frage der Neutralität haben die beiden Länder auch ihre bekannten Positionen beibehalten. Zu prüfen sei aber, ob sich die beiden neutralen Länder nicht verstärkt an Friedensaktionen in Südosteuropa beteiligen sollten. Neben dem Kosovo wurden auch Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro genannt, wo man beispielsweise das Know-how beim Minensuchen zur Verfügung stellen könne.

Hinsichtlich des Konflikts im Nahen Osten hätten sowohl die Schweiz als auch Österreich eine gemeinsame Position. Die Frage der von Israel auf besetztem Gebiet errichteten "Mauer" und der Einhaltung der Genfer Konvention (über die Behandlung der Zivilbevölkerung im besetzten Gebiet) könne nur geklärt werden, wenn man alle Beteiligten an einen Tisch bringen könne. "Wenn nicht alle Teilnehmer vertreten sind - beim letzten Mal fehlten die USA und Israel" -, sei er sehr skeptisch, sagte der Bundespräsident und frühere Außenminister der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Schweiz ist als Depositärstaat der Genfer Konventionen von der UNO- Vollversammlung ersucht worden, die Möglichkeit einer internationalen Konferenz der Vertragsstaaten zu prüfen.

(apa)

24.7.2004 22:05