Lob für Pensionsreform: Gehrer unter- streicht Nachhaltigkeit der Maßnahmen
- Sozialpartner sollen "Menschen Mut machen"
Die Bildungsministerin und stellvertretende ÖVP-Obfrau Elisabeth Gehrer hat die Nachhaltigkeit der Pensionsreform 2003 und der nun von der Regierung angegangenen Harmonisierung der verschiedenen Pensionssysteme unterstrichen. Den Sozialpartnern richtete die Ministerin in einer Pressekonferenz aus, diese sollen den Menschen nicht Angst machen und von Pensionskürzungen sprechen, sondern "Mut machen", weil es künftig "gesicherte Pensionen" geben werde. Und zum Thema Schwerarbeit meinte Gehrer: Es gebe "keine Notwendigkeit, in besonderer Geschwindigkeit eine Schwerarbeiterregelung aus dem Boden zu stampfen". Schließlich gelte die 2003 ausverhandelte "Hacklerregelung" noch bis 2006.
Klar machte Gehrer: Aus Regierungssicht müssten Reformen gemacht werden, um die Pensionen für künftige Generationen langfristig zu sichern. Die Menschen würden heute im Schnitt um 8,3 Jahre älter als noch vor 30 Jahren. 112.000 Geburten im Jahr 1971 stünden jetzt 75.000 Geburten gegenüber. Die Auswirkung: während in den 60er-Jahren auf einen Pensionsbezieher drei Beitragszahler gekommen sei, würde das Verhältnis 2030 - "wenn wir nichts machen" - bei eins zu eins liegen. Dann müssten entweder die Pensionsbeiträge um 53 Prozent erhöht oder die Pensionen um 45 Prozent gekürzt oder das Pensionsalter um elf Jahre hinaufgesetzt werden.
Doch all das wolle die Regierung nicht. Daher wolle man das System Pensionsantritt mit 65 Jahren nach 45 Beitragsjahren und mit 80 Prozent implementieren. Damit wolle man "den Jungen eine Zukunft geben" und signalisieren, "wir denken an Euch".
Der Regierung gehe es aber auch darum, eine gerechte Regelung für Frauen zu finden. Hier gebe es Besserungen, so seien Kinderbetreuungszeiten nicht nur pensionsbegründend, sondern würden durch die Heranziehung des Medianeinkommens auch besser bewertet und darüber hinaus würden sieben Jahr Erwerbsarbeit ausreichen, um bereits eine Pension zu erhalten. Das sei ein "gerechtes, solidarisches Modell", betonte Gehrer.
Zur problematischen Situation für Akademiker, die nur schwer auf die geforderten 45 Jahre kommen, meinte Gehrer, diese hätten auch ein Einkommen weit über dem Durchschnitt, es sei daher zumutbar, Pensionszeiten nachzukaufen oder aber in eine private Pensionsvorsorge einzuzahlen.
(apa/red)
