Erstes Fertigteil-Häf'n in Linz eröffnet! Weitere Gefängnisbauten sind geplant
- Grund für den Bau: "Steigende Häftlingszahlen"
- Jetzt gibt es zusätzliche 55 Zellen für 100 Insassen
·Grüne: Gefängnis-Entlastung gefordert
Bedingte Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe
Premiere im Gefängnisbau: Justizministerin Karin Miklautsch hat in Linz-Asten ein Gefängnis eröffnet, das erstmals in Österreich in Leichtbauweise hergestellt wurde. Jetzt gibt es zusätzliche 55 Zellen für 100 Insassen. Weitere Neubauten in Österreich sollen folgen.
"Die nach den jüngsten technischen Standards realisierte Anlage ist ein Paradebeispiel für einen modernen und menschenwürdigen Strafvollzug und ein deutlicher Schritt gegen die Überbelegung in den österreichischen Haftanstalten", begründete Miklautsch die Neuerung im österreichischen Strafvollzug.
Der Grund für den Neubau seien die "steigenden Häftlingszahlen im Osten Österreichs gewesen", so die Justizministerin. Längerfristig müsse das Ziel aber mit Sicherheit eine sinkende Kriminalitätsrate sein. Als Sofortmaßnahme seien jetzt aber "weitere Haftraumerweiterungen geplant". Der Neubau wurde mit einem Brutto-Budget von "nur" 3,4 Millionen Euro errichtet.
Einzigartig in Österreich ist bis dato die Bauweise der neuen Hafträume. Nach Angaben des Bauunternehmens wurden die einzelnen Module im Werk Krems hergestellt und schlüsselfertig - mit dem kompletten Innenausbau vom Bodenbelag bis hin zum Seifenhalter im Werk vorgefertigt, geliefert und am Gelände in Asten zu einem Gesamt-Gebäudekomplex zusammengeführt. Der Grund für diese Vorgangsweise war der Wunsch nach einer möglichst raschen Realisierung des Bauvorhabens. Die Bauzeit betrug nur vier Monate gewesen. Parallel zu dem Bauprojekt in Asten wird auch in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) in ähnlicher Fertigbauweise ein neuer Häftlingstrakt errichtet. "Dieser Neubau wird voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen eröffnet werden", kündigte Justizministerin Miklautsch.
FPÖ-Landesparteiobmann Günther Steinkellner begrüßte am Mittwoch in einer Aussendung den am vergangenen Montag von Miklautsch geäußerten Vorschlag, dass ausländische Gefangene den Strafvollzug in ihrem jeweiligen Heimatland antreten zu haben. "Ich hoffe, dass es bald zu einer derartigen EU-weiten Regelung kommt. Schließlich ist die notwendige Resozialisierung im Heimatland des straffällig gewordenen EU-Bürgers sicher leichter möglich, als wenn er in einem anderen EU-Land seine Haftstrafe verbüßt", betonte Steinkellner. (apa)
