Reaktionen auf Carlos Kleibers Tod von Vertretern aus Kunst und Kultur
- Morak: "Ein großer Empfindsamer, ein großer Dirigent"
- Pokorny: "Einer der bedeutendsten Dirigenten"
Als "noblen und so empfindlichen Absolutist" unter den Dirigenten, der immer wieder neue Maßstäbe setzen konnte, würdigte Kunststaatssekretär Franz Morak den verstorbenen Carlos Kleiber. Der Österreicher und Weltbürger habe ein "faszinierendes Künstlertum vorgelebt: die Leidenschaft für die Perfektion und eine Hingabe, wie sie Thomas Bernhard in seinen Künstlerdramen mitempfunden hat".
"Kleiber war ein großer Empfindsamer, ein großer Unangepasster, ein großer Dirigent", so Morak.
Bundespräsident Heinz Fischer reagierte "mit großer Betroffenheit" auf den Tod Kleibers. Mit seiner "geradezu unerreichbaren Einfühlsamkeit in jedes Orchester sowie seinen eigenwilligen Interpretationen" habe er in aller Welt Triumphe gefeiert. Millionen Menschen seien die Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker, die er 1989 und 1992 in Wien dirigierte, "noch lebhaft in Erinnerung", so das Staatsoberhaupt.
Clemens Hellsberg, Vorstand der Wiener Philharmoniker nennt Carlos Kleiber einen "echten Grenzgänger", der Ansprüche gestellt hat, die "eigentlich nicht zu erfüllen waren". Musikalisch habe es eine "ganz tolle Zusammenarbeit" mit den Wiener Philharmonikern gegeben. Kleiber sei im Stande gewesen, bei Orchestern die Bereitschaft zu wecken, "über das Limit hinauszugehen", es jedoch zuweilen nicht verstanden, Vertrauen für kommende Aufgaben zu vermitteln.
Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny betonte in einer Aussendung: "Carlos Kleiber war einer der bedeutendsten und gefeiertsten Dirigenten der Gegenwart. Jede Vorstellung war ein Ereignis". Vor allem mit seinem letzten legendären Neujahrskonzert (1992, Anm.) habe Kleiber "neue Maßstäbe gesetzt und wird auch damit unvergesslich bleiben. Die Musikwelt hat es stets sehr bedauert, dass er sich rar gemacht und sich vom öffentlichen Musikleben zurückgezogen hat. In Wien hätten wir ihn gerne öfter gesehen und gehört", so Mailath-Pokorny. (apa/red)
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