Arzt und Apotheker starten jetzt eine Informations-Offensive für Generika
- Für günstige Nachbau-Medikamente soll künftig weniger Rezeptgebühr zu bezahlen sein
In den Arztpraxen und Apotheken wird nun eine Informationsoffensive für sogenannte Generika gestartet. Ziel ist es, den Anteil dieser wirkstoffgleichen aber billigeren Nachahmungsmedikamente zu verdoppeln. Das würde Einsparungen von bis zu 35 Mio. Euro pro Jahr bringen. Die Steigerungsrate für die Medikamenten-Ausgaben sollen von jährlich rund acht auf künftig drei bis vier Prozent gesenkt werden.
Getragen wird die Initiative gemeinsam von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, vom Hauptverband, der Ärzte- und der Apothekerkammer sowie dem Generikaverband. In den Arztpraxen und Apotheken sollen 700.000 Broschüren verteilt und 10.000 Plakate aufgehängt werden. Inserate oder andere Werbeaktionen sind nicht vorgesehen.
Rauch-Kallat bezifferte die Kosten der Informationsoffensive mit rund 100.000 Euro, sie werden zu je einem Drittel auf das Ministerium, den Hauptverband und den Generikaverband aufgeteilt. Damit soll der Anteil der Generika von zehn Prozent im Jahr 2002 bis 2006 auf 20 Prozent verdoppelt werden, das wäre die Hälfte des möglichen Potenzials.
Hauptverbands-Geschäftsführer Josef Probst bezifferte das jährliche Einsparungsvolumen dadurch mit rund 25 Mio. Euro, der Obmann des Generikaverbandes, Wolfgang Andiel, sogar mit 35 Mio. 2003 ist der Anteil bereits auf 13,2 Prozent gestiegen. In Wien sei die Verdoppelung im ersten Quartal bereits gelungen, berichtete Probst.
Der Obmann des Generikaverbandes, Wolfgang Andiel, sprach als "logischen nächsten Schritt" die bereits vereinbarte Senkung der Rezeptgebühr für Generika an. Rauch-Kallat nannte als Ziel, die Rezeptgebühr für die Nachahmungsprodukte ab 2005 um rund ein Drittel zu senken. (apa)
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