Montag, 19. Juli 2004

Ehrenamt im Dienst der Republik: Präsident holt sich Adamovich als Berater

  • Heinz Fischer will im Fall des Falles kompetenten Rat
  • PLUS: Bilder - die erste Amtswoche des Präsidenten

Ein gewichtiges Ehrenamt im Dienst der Republik übernimmt künftig der frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) in der Hofburg: Ludwig Adamovich wird Berater des Bundespräsidenten in verfassungsrechtlichen Fragen. Wie Heinz Fischer erklärte, bekomme Adamovich einen Schreibtisch in den Räumlichkeiten der Präsidentschaftskanzlei. Er werde die Tätigkeit ehrenamtlich - also ohne Entlohnung - ausüben.

Das gab Fischer am Montag in seiner Antrittspressekonferenz als Staatsoberhaupt im Presseclub Concordia bekannt. Als ein "sich Wappnen" für den Fall, dass im Zug des Verfassungskonvents die Kompetenzen des Bundespräsidenten beschnitten werden könnten, will Fischer die Beiziehung Adamovich' nicht verstanden wissen. Er wolle sich vielmehr in verfassungsrechtlichen Fragen beraten lassen. Damit würden seine, Fischers, Äußerungen in gewissen Fragen auch "zusätzlich an Gewicht gewinnen", betonte der Bundespräsident.

Job-Rochaden im Kabinett: Leiter Türk geht, Pollitzer wird Chef
Einen Wechsel wird es zudem bei der Führung des Kabinetts geben. Der bisherige Leiter, Helmut Türk, werde wieder eine Aufgabe im Ausland übernehmen, so Fischer. Seine Funktion werde künftig Rene Pollitzer, wie auch Türk aus dem Außenamt kommend, ausüben. Als Pressesprecher Fischers wird wie bisher Bruno Aigner fungieren.

Fischer zieht nicht in die Hofburg
Auf die Frage, ob er nun doch eine Amtswohnung in der Hofburg beziehen werde, meinte Fischer: wie vor der Wahl angekündigt, nehme er die Amtsvilla nicht in Anspruch und bleibe weiter in seiner Wohnung in Wien-Josefstadt wohnen. Gäbe es aber die Möglichkeit in Räumen der Hofburg für ausländische Gäste auch Essen in privaterem Rahmen abzuhalten, was in seiner Wohnung in der Josefstädter Straße nicht möglich sei, so werde er dies mit dem Burghauptmann absprechen. Bezüglich Berichten, wonach er ein Sommerhaus im Raum Mauerbach beziehen könnte, sagte Fischer, hier müsse es sich um ein Missverständnis handeln.

(apa/red)

19.7.2004 12:02