Hundebiss-Gefahr in Österreich: 2003 wieder rund 6.200 Spitalsbehandlungen!
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Angriffe oft durch eigene oder bekannte Tiere
2002 mussten sich rund 6.200 Menschen nach Hundeattacken in Spitalsbehandlung begeben, 2003 sind es nach vorläufigen statistischen Daten des Instituts Sicher Leben in etwa gleich viele gewesen sein. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren einen deutlichen Anstieg der Verletzungen registriert", sagte Institutsleiter Rupert Kisser am Montag gegenüber der APA. Eine Ursache dafür sei, dass es "immer mehr und vor allem immer größere Hunde gibt", so Kisser.
Noch Ende der neunziger Jahre sei die Zahl der vom Institut Sicher Leben erhobenen und hochgerechneten Fälle von Spitalsbehandlungen nach Hundebissen bei 3.000 bis 4.000 gelegen, führte Kisser aus. 2002 und 2003 geht das Institut von jeweils rund 6.200 Fällen aus. Zu einem Teil sei diese eklatante Steigerung auch auf geänderte statistische Rahmenbedingungen bei der Hochrechnung zurückzuführen - ländliche Regionen werden nunmehr stärker einbezogen, erläuterte Kisser.
Der Leiter von Sicher Leben sieht aber vier wesentliche Gründe, die auf einen tatsächlichen starken Anstieg schließen lassen würden: "Zum einen gibt es eine 'Aufrüstung' bei den Hunden. Wer früher einen Dackel hatte, hat jetzt mindestens einen Golden Retriever. Kleine Hunde sind nicht mehr so populär. Größere Tiere haben auch eine größere Bisskraft." Weiters sei vor allem auf dem Land eine "Tendenz zu Wachhunden" zu beobachten, die mit der gestiegenen Angst vor Kriminalität einhergehe. So manches dieser Tiere sei "auf Aggressivität getrimmt".
Verletzte würden sich nach Hundebissen auch häufiger als früher ins Spital begeben. "Außerdem geht man heute viel mehr auf den Tierschutz ein", verwies Kisser auf das Beispiel des Verbots der Anbindehaltung im neuen Tierschutzgesetz. Das sei erfreulich. Man dürfe aber nicht vergessen, dass dadurch die selben Hunde, die früher an der Kette gehalten worden seien, jetzt "frei herumlaufen".
"Das Hauptproblem sind große, unausgebildete Tier", kritisierte Kisser. "Manche Halter kennen nicht einmal die wichtigsten Grundregeln." Dabei gelte: "Je größer das Tier, desto größer die Verantwortung."
Immerhin acht Prozent der durch Hundeattacken Verletzten müssen laut aktuellen Sicher Leben-Daten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Rund 60 Prozent der Blessuren sind offene Wunden. (apa/red)
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