Freitag, 16. Juli 2004

Handy-Streik in Italien: Jeder fünfte ließ zwei Stunden sein Handy ruhen

  • Für Telekom-Gesellschaften ist der Streik gescheitert
  • Konsumentenschutz-Organisationen bestreiten Flop

Der "Handystreik", zu dem die italienischen Konsumentenschutzorganisationen am Donnerstag aus Protest gegen die hohen Tarife aufgerufen haben, ist nach Angaben der Mobilfunkgesellschaften gescheitert. Laut den stärksten Mobilfunkbetreibern im Land seien zwischen 12 und 14 Uhr keine Schwankungen in der Zahl der eingeschalteten Handys registriert worden. Der Konsumentenschutzverband Codacons sehen den Streik dagegen als Erfolg.

Der Konsumentenschutzverband Codacons bezeichnete den Streik als Erfolg. Jeder fünfte Italiener, also acht Millionen Handybesitzer, hätten sich dem Streik angeschlossen, hieß es. "Mit unserem Streik wollten wir den Telefongesellschaften klar machen, dass sich die Kunden nicht alles gefallen lassen. Aus ganz Italien haben wir Solidaritätsbriefe für unsere Protestaktion erhalten", so Codacons-Präsident Carlo Renzi. Die Italiener geben laut Renzi täglich fünf Euro für ihr Mobilfunktelefon aus.

Die Konsumentenschutzorganisationen hatten die Italiener aufgerufen, zwei Stunden lang ihre Mobilfunktelefone auszuschalten, um gegen die Mobilfunkgesellschaften und gegen die italienische Telekommunikationsbehörde zu protestieren, die ihrer Ansicht nach für keine echte Liberalisierung im Land gesorgt habe.

Italien ist ein Schlaraffenland für Telekom-Gesellschaften. Mit einer hundertprozentigen Handyauslastung ist der Stiefelstaat das Land mit der höchsten Zahl an Handys, ergab eine Studie des Instituts European Mobile Arena. Laut Schätzungen von Experten haben 41 Millionen Italiener ein Handy. Viele besitzen sogar zwei oder drei Mobilfunktelefone. (apa/red)

16.7.2004 09:18