Mittwoch, 14. Juli 2004

Kirchen-Skandal: Im Namen der Hose

  • Ein toter Seminarist. Tausende Kinder- und Tiersex-Fotos
  • Und schmusende homophile Priester. Der Report.

Ausge-krennt? Bischof Kurt Krenn vor der Abberufung. Wie sich Rom aus der Sex-Affäre retten will und wie Kurt Krenn doch noch obsiegen möchte.
Was wirklich hinter den Mauern des Priesterseminars zu St. Pölten geschah. NEWS dokumentiert einen unfassbaren Kirchen-Skandal.

Die zentrale Figur des wohl größten Kirchenskandals seit der Affäre Groër hat seit Dienstag dieser Woche ein Gesicht und einen Namen: L., 33. Er ist jener Priesterseminarist, der Tausende Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen haben soll. Und: Er ist auch jener Mann, der mit seiner Digitalkamera jene Fotos schoss, die mittlerweile in ganz Europa für Gesprächsstoff sorgen und demnächst vermutlich auch Bischof Kurt Krenn zu Fall bringen werden.
Sie zeigen:

  • den Exregens des Priesterseminars Ulrich Küchl, wie er seine Hand dem frisch geweihten Diakon K. „eher vor als auf den Hosenlatz hält“ (Küchl im Interview im Kasten unten).
  • und den Subregens des Priesterseminars und Krenn-Sekretär Wolfgang Rothe, 37, wie er unter einem Mistelzweig oral Körperflüssigkeiten mit dem Priesterschüler K. austauscht.

    Fotos, die einmal mehr die katholische Kirche und deren Doppelmoral in die Schlagzeilen bringen. Fakt scheint: Fälle von Homosexualität und Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche sind längst System und keine Einzelfälle mehr.

    Priester in Haft. Mutmaßlicher Kinderpornokonsument L., der vor einem Jahr von Kurt Krenn zum Diakon geweiht wurde, in seiner Einvernahme Dienstagnachmittag: „Ich habe die Fotos auf der Weihnachtsfeier gemacht. Aber Kinderpornos habe ich keine heruntergeladen …“

    Nach aktueller Aktenlage aber kann eines festgestellt werden: Die Beweislage gegen L. ist mehr als erdrückend. Chefermittler Franz Prucher: „L. hat die Fotos heruntergeladen. Und zwar nicht nur für sich selber – sondern auch für andere Seminaristen, die sie dann auf seinem Computer angeschaut haben …“ Der hormonelle Fall des Priesterseminars in St. Pölten gemahnt eher an den Plot eines Hollywood-B-Movies denn an eine Stätte, „wo ein gutes geistliches Leben geführt wurde“ (Exregens Küchl). Oder, wie es Pfarrer Rudolf Schermann im NEWS-Interview dramaturgisch auf den katholischen G-Punkt bringt: „Der Rauch des Satans dampft über St. Pölten.“

    Krenn in der Defensive. Der St. Pöltner Oberhirte Bischof Kurt Krenn mimt derweil im NEWS-Interview das unbeleckte Unschuldslamm: „Was wir jetzt machen, weiß ich noch nicht, vor allem, wer das untersuchen soll. Denn im Grunde ist ja gar nicht viel los …!“

    Eine Verdrängung der Realitäten. Denn Tatsache ist: Der Fall St. Pölten wurde bereits vor mehr als neun Monaten aktenkundig.

    NEWS hat auf Basis kirchlicher und gerichtlicher Untersuchungsberichte erstmals eine Chronik des „moralischen Untergangs“ (Zitat Schermann) erstellt: Insgesamt ergeben die drei verschiedenen Handlungsstränge ein unfassbares Ganzes.

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
    PLUS: NEWS-Interview mit Exregens Propst Ulrich Küchl über Sex-Vorwürfe und seine ungewisse Zukunft
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    14.7.2004 16:04