Donnerstag, 15. Juli 2004

SPÖ ätzt: Will Grasser Weihnachten abschaffen oder Ostern verschieben?

  • Feiertags-Verschiebung ist "populistisch" und "absurd"

Der Buhmann der Nation: Der Finanzminister, der Fenstertage verschieben, zwei Feiertage abschaffen und die Arbeitszeit verlängern will. Die SPÖ reagierte mit einer Frage auf den Grasser-Vorschlag: "Will Grasser Weihnachten abschaffen, oder doch lieber Ostern verschieben?"

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos findet den Vorschlag, Feiertage abzuschaffen oder auf bisherige Fenstertage zu verschieben, "populistisch" und "absurd": "Will Grasser Weihnachten abschaffen, oder doch lieber Ostern verschieben?" Er gab zu bedenken, dass Fenstertage nicht automatisch frei seien, sondern die Arbeitnehmer ohnehin Urlaub nehmen müssten.

Darabos: "Grassers neoliberale Politik geht voll auf Kosten der Arbeitnehmer, er geriert sich immer mehr als Sprecher der Industriellenvereinigung". In Zusammenhang mit der Homepage-Affäre habe die Tatsache, dass Grasser die Vorschläge des Präsidenten der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, lautstark vertrete, einen "mehr als bitteren Beigeschmack". Für den SP-Bundesgeschäftsführer ist es "bezeichnend", dass Grasser in Sachen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik nichts anderes einfalle als in "populistischer Manier" die Abschaffung von Feiertagen zu fordern.

"Wachstums- und Beschäftigungspolitik findet unter Schwarz-Blau einfach nicht statt", im Gegenteil: Die Mittel für aktive Arbeitsmarktförderung würden gekürzt, der Ausbau der Infrastruktur verzögert und mit der Steuerreform sei die Chance vertan worden, über eine Stärkung der Massenkaufkraft für konjunkturelle Impulse zu sorgen und somit die Beschäftigung zu erhöhen. Stattdessen seien wiederum nur Großkonzerne entlastet worden, bedauert der SP-Bundesgeschäftsführer.

(apa)

15.7.2004 11:49