Donnerstag, 15. Juli 2004

Düstere Prognose: Ölpreis wird in den nächsten fünf Jahren weiter steigen

  • ZEW-Umfrage: Hauptgründe sind weltweiter Öldurst und die gespannte Lage im Nahen Osten

Der weltweit steigende Öldurst und die unsichere Lage im Nahen Osten werden den Ölpreis in den kommenden fünf Jahren weiter in die Höhe treiben. Damit rechnen derzeit 62 Prozent der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) regelmäßig befragten Experten aus der Energiebranche, wie das Forschungsinstitut in Mannheim mitteilte. Nur zwölf Prozent hätten dagegen einen Preisrückgang vorausgesagt.

Bereits im nächsten halben Jahr erwarten 44 Prozent einen weiteren Anstieg des Ölpreises, während 25 Prozent mit sinkenden Preisen rechnen. Den Hauptgrund für den derzeitigen Höhenflug des Ölpreises sieht demnach gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) in der ungebremst wachsenden Nachfrage nach Öl. An zweiter Stelle nannten die Befragten die politische Instabilität im Nahen Osten, und erst an dritter Stelle der bestimmenden Preisfaktoren sahen die Experten das strategische Verhalten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).

Den Angaben zufolge hat Deutschland im vergangenen Jahr nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) seiner Rohölimporte aus OPEC-Staaten bezogen, obwohl diese für rund 40 Prozent der weltweiten Ölförderung stünden. Deutlich größere Anteile seines Bedarfs deckte Deutschland dagegen aus Westeuropa (34 Prozent). Wichtigster Einzellieferant blieb laut ZEW mit 31 Prozent Russland.

Für das so genannte ZEW-Energiemarktbarometer befragt das Mannheimer Institut halbjährlich rund 200 Experten aus der Wissenschaft sowie aus Energieversorgungs-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Die aktuellen Daten wurden im Mai und Juni erhoben. (apa/red)

15.7.2004 11:00