Donnerstag, 15. Juli 2004

"Damit wird sich ÖVP kalte Füße holen": Feiertags-Debatte erzürnt die FPÖ

  • Strache und Scheuch wettern gegen Grasser-Pläne
  • MITSTIMMEN: Sind Sie für eine Kürzung der Feiertage?

Der Vorschlag von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, die Arbeitszeiten "weitgehend" freizugeben, Fenster-Tage nach Donnerstag-Feiertagen abzuschaffen beziehungsweise gleich zwei Feiertage zu streichen, stößt beim Koalitionspartner FPÖ auf massive Ablehnung: Es sei "unvorstellbar", mit welchen Ideen Grasser - "ohne jegliche Akkordierung mit dem Koalitionspartner" - aufhorchen lasse, zeigte sich FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch empört.

Nach Auffassung von Scheuch ist es "völlig außer Frage gestellt, dass Feiertage oder der arbeitsfreie Sonntag zur Diskussion stehen", wie er in einer Pressemitteilung deponierte.

"Wir Freiheitlichen waren stets auch für Wirtschaftsfragen eine offene Partei. Mit solchen Vorschlägen jedoch wird sich der Koalitionspartner kalte Füße holen", so Scheuch in Richtung ÖVP.

"Besonders enttäuscht" zeigte sich Scheuch, dass so ein Vorschlag von einem Minister komme, der "nur durch die Freiheitlichen und durch Jörg Haider in seine heutige Position gekommen" sei. Grasser solle "nie vergessen, dass es nicht einige Lobbyisten von Großkonzernen, sondern die Wähler waren, die ihn diese Funktion ermöglicht haben", erinnerte Scheuch. Er werde sich auf alle Fälle innerhalb der FPÖ dafür einsetzen, dass die Menschen dieses Landes den Sonntag weiterhin für ihre Familie oder für andere private Hobbys nutzen können, so Scheuch.

Strache: "Absolutes Nein" zu Grasser-Vorschlag
Auch der Wiener FP-Chef und stellvertretende FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache ist gegen eine Verschiebung oder eine Streichung von Feiertagen. Zum Vorschlag von Finanzminister Karl-Heinz Grasser gebe es ein "absolutes Nein" der FPÖ. "Solange die FPÖ in der Bundesregierung ist, wird es zu keinerlei Reduzierung der Feiertage kommen", versicherte Strache.

Er sprach sich gegen eine "Kürzung der Freizeit und Zeit für die Familien" aus. Der Finanzminister werde zur Kenntnis nehmen müssen, dass diese Diskussion bereits zu Ende sei, bevor sie überhaupt noch begonnen habe, meinte Strache. (apa/red)

15.7.2004 10:35