Unser Sommer macht Urlaub in Sibirien: Österreicher heizen ein wie im Winter!
- Kosten für Heizung & Co. explodieren österreichweit!
- Rekord im Juni: Klagenfurt meldet +97,7%
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Unser Sommer macht Urlaub in Sibirien. Und die Österreicher heizen ein wie im Winter! Kein Wunder bei den frostigen Temperaturen. Die logische Folge: Die Heizkosten sind in ganz Österreich gestiegen! Die Details: Klagenfurt meldet ein Plus von 97,7% beim Fernwärmeverbrauch. Salzburg verbrauchte im Juni wurde um 30% mehr Strom und Erdgas als im Vergleichszeitraum 2003. In Wien stieg der Erdgasverbrauch um 20%. auch die Steier meldeten einen höheren Verbrauch.
Außentemperaturen von 13 oder gar bis unter zehn Grad Celsius waren seit Mai dieses Jahres keine Seltenheit. Auch innerhalb der eigenen vier Wände sank das Quecksilber unter 18 Grad. Egal zu welcher Jahreszeit, "nach der Ö-Norm soll das Thermometer im Wohnbereich 20 Grad Celsius anzeigen, 18 Grad im Kinderzimmer und im Büro, 16 Grad im Schlafzimmer", erläuterte Kubik. Im Mietrecht fehlten aber generelle Temperaturangaben. Es gelte nur die Pauschale, die Wohnung im brauchbaren Zustand zu erhalten. Falls es zum Streit komme und der Mieter auf die Ö-Norm poche, könne er Recht bekommen. Vor allem bei Genossenschaftswohnungen stünden die Chancen auf Erfolg gut. Ein oder zwei Schlechtwettertage seien aber für eine Beschwerde zu wenig, so Konsumentenschutzberaterin Christine Kubik von der Arbeiterkammer Salzburg .
Kärnten: Klagenfurt meldet + 97,7% beim Fernwärmeverbrauch!
Das viel zu kalte Wetter schlägt sich bei den Verbrauchszahlen für Strom, Gas und Fernwärme sehr deutlich nieder. Die Stadtwerke Klagenfurt verbuchten im Mai bei der Fernwärme ein Plus von 81,7%. Im Juni waren es gar 97,7%. Auch Strom- und Gasabsatz lagen deutlich über den Werten des Vorjahres.
Deutliche Steigerungen meldet auch der Kärntner Energieversorger Kelag. "Beim Gas haben wir im Mai um 40% mehr Absatz, im Juni waren es knapp 12%", erklärte Stadtwerke-Direktor Wilhelm Lauer gegenüber der APA. Beim Strom betrugen die Zuwächse 7 bzw. 4%. Wurden in den beiden Monaten im vergangenen Jahr 78 Mio. kWh verbraucht, waren es heuer 82,5 Mio. kWh. Auch im Juli setze sich dieser Trend fort, meinte Lauer, genaue Zahlen gebe es im laufenden Monat aber noch nicht.
Die Kelag verzeichnete im Mai und Juni beim Stromverbrauch ein Plus von 4 bis 5%. Marketingleiter Thomas Schwaninger: "Da sind aber auch die gewerblichen Kunden dabei, ein Teil des Zuwachses ist konjunkturell bedingt." Zum Gasverbrauch gibt es keine aktuellen Zahlen, bei der Fernwärme betrug das Plus aber immerhin auch 20%.
Salzburg:30% Plus bei Strom und Erdgas
Großteils auf das kühle Wetter zurückzuführen sei im Juni die Steigerung des Erdgas- und Stromverkaufes von 30% gegenüber dem Vorjahr, erklärte Michaela Burgstaller, Mitarbeiterin des Kommunikationsmanagements der Salzburg AG. Die Hausbewohner würden sich mehr im Haus aufhalten, länger das Licht einschalten und bei niederen Innentemperaturen die Heizung aufdrehen. Bei den Prozentangaben sei aber die jährliche, allgemeine Steigerung im Strom- und Erdgasverbrauch zu berücksichtigen. Wie ungemütlich der diesjährige Juni war, zeigt ebenfalls die Statistik auf: Die 260.000 Tarifkunden der Salzburg AG verbrauchten um zehn Prozent mehr Strom als im Mai dieses Jahres.
Wien: +20% beim Erdgasverbrauch im Juni
Auch in Wien sorgt die kalte Witterung für erhöhten Energiebedarf: Im Juni lag der Erdgas-Verbrauch von Endkunden um hochgerechnete 20 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahrs. Trotzdem müssen sich die Wiener nicht vor der Jahresabrechnung fürchten, betonte Robert Grüneis, Sprecher der Wien Energie, auf APA-Anfrage. Inklusive des relativ warmen Winters ging der Strom- und Gasverbrauch nämlich sogar zurück.
Steiermark: Kraftiges Plus bei Gas und Fernwärme
Das feuchtkühle Sommerwetter hat sich in der Steiermark im Mai nicht wesentlich auf den Verbrauch von Strom ausgewirkt, jedoch legte der Absatz von Gas und Fernwärme kräftig zu. Bei Strom gab es nur eine Steigerung von drei Prozent gegenüber dem Mai des Vorjahres, so ein Sprecher der Energie Steiermark Holding AG (EStAG). Das Plus beim Gas und auch beim Strom sei auf den Verbrauch der Industrie und auf die Gewinnung von Großkunden zurück zu führen.
Der Zuwachs beim Erdgas von 26% für die steirische Energieholding bzw. ihre Tochtergesellschaft Gas & Wärme sei fast ausschließlich auf den industriellen Verbrauch zurück zu führen. Der Zuwachs von gewaltigen 86 Prozent bei der Fernwärme gegenüber dem Mai 2003 sei allerdings schon ein Mehrverbrauch von privaten steirischen Haushalten. Allerdings hatte im Mai des vergangenen Jahres eine Rekordhitzewelle die Temperaturen auch in den Nachtstunden in die Höhe getrieben. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, da gerade eine internen Umstellung der Datenverarbeitung läuft, wie ein Sprecher des Unternehmens erklärte.
(apa/red)
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