Mittwoch, 14. Juli 2004

Österreichische Stromlösung kommt: EU- Wettbewerbsbehörde gibt grünes Licht

  • Kooperation von Verbund und EnergieAllianz
  • Verbund-Tochter APC wird nach Slowenien verkauft

Der Weg für die Österreichische Stromlösung (ÖSL), die Kooperation von Verbund und EnergieAllianz, ist frei: Die EU-Wettbewerbsbehörde hat nunmehr dem Verkauf der Verbund-Großkundenvertriebstochter Austrian Power Vertriebs GmbH (APC) an die slowenische Istrabenz Energetski Sistemi zugestimmt, teilt der Verbund am Mittwoch mit. "Alle Auflagen der EU zur Stärkung des Wettbewerbs am heimischen Businesskundenmarkt sind erfüllt", so Verbund-Generaldirektor Hans Haider.

Der Verkauf der APC war die wichtigste Bedingung für die Genehmigung der Zusammenführung des Handels und Vertriebes von Verbund und der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag). Mit der Zustimmung der EU hat damit gleichzeitig die Österreichische Stromlösung (ÖSL) die letzte wesentliche Hürde genommen.

Gemeinsam mit den Unternehmen der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag) werde der Verbund nun die rot-weiß-rote Stromlösung so rasch wie möglich operativ umsetzen, teilt der Verbund am Mittwoch weiter mit. Als geplanter Starttermin wird der 1. Oktober 2004 genannt.

Konkret soll unter der Führung des Verbund der Bereich Stromhandel zusammengeschlossen werden, unter der Führung der EnergieAllianz der Großkundenvertrieb. Zu diesem Zweck wird sich die EnergieAllianz zu einem Drittel an der Verbund-Stromhandelstochter Austrian Power Trading (APT) beteiligen und umgekehrt der Verbund mit 33 Prozent bei der EnergieAllianz-Vertriebstochter "e&s neu" einsteigen, heißt es. Die APT wird ein Stromhandelsvolumen von fast 100 TWh abwickeln und damit eine Spitzenposition am europäischen Strommarkt einnehmen.

"Wir wollen die Österreichische Stromlösung rasch umsetzen. Denn die zu erwartenden Synergien in der Höhe von 40 Mio. Euro pro Jahr, für 2004 anteilig, bedeuten eine zusätzliche massive Stärkung der internationalen Wettbewerbsposition der Verbundgesellschaft", so Verbund-Generaldirektor Hans Haider in der Pressemitteilung.

Rasche Umsetzung
Mit dem Verkauf der APC wurde die wesentlichste Auflage der EU-Wettbewerbsbehörden mit aufschiebender Wirkung für die österreichische Stromlösung erfüllt. Mit dem Markteintritt der Istrabenz, die APC-Kunden mit einem Stromverbrauch von mehr als 1 GWh übernimmt, werde der Wettbewerb am heimischen Großkundenmarkt auflagenkonform deutlich belebt, so Haider.

Aus der EnergieAllianz heißt es in einer ersten Reaktion, dass mit diesem Schritt der österreichische Wasserkraftstrom für die Kunden gesichert werden kann.
(apa)

14.7.2004 15:17