Mittwoch, 14. Juli 2004

Dramatischer Lehrstellen-Mangel: 30.673 Jugendliche haben keine Chance auf Jobs!

  • Regierung plant neue Maßnahmen!
  • Bartenstein: "Zumindest Lehrgangsplatz offerieren"

30.673 Jugendliche haben keine Chance auf Jobs! Um der immer prekärer werdenden Lage am Lehrstellenmarkt zu begegnen, plant die Regierung ab Herbst zusätzliche Maßnahmen. Es gelte weiterhin, dass "jeder Jugendliche zumindest einen Lehrgangsplatz offeriert bekommt", sagte Wirtschaftsminister Bartenstein.

Zwar hat sich im Juni die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent oder 1.761 auf 30.673 vermindert, zugleich hat sich aber auch die Lehrstellenlücke auf 1.188 vergrößert. 3.460 Lehrstellensuchenden standen 2.272 als offen gemeldete Lehrstellen gegenüber. Laut Egon Blum, dem Lehrlingsbeauftragten der Regierung, ist in den nächsten Jahren aber mit zusätzlich 8.000 Jugendlichen zu rechnen, die auf den jetzt schon angespannten Lehrlingsmarkt strömen werden.

"Österreich hat mit 6,9 Prozent nach wie vor die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa", hob Bartenstein hervor. Die Maßnahmen der Regierung zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit würden greifen. In einigen Branchen würde die Nachfrage nach Lehrlingen leicht steigen. Auch bemühe sich das AMS die Dauer der Vermittlung zu reduzieren.

Bildungsministerin Gehrer hob vor allem die Schule als wichtigen Partner für eine gute Lehrlingsausbildung hervor. Ab dem Herbst soll die Berufsorientierung verstärkt werden, jeder Schüler soll einen "Berufsorientierungspass" erhalten. Weiters sollen neue "Praktikerberufe" geschaffen werden. Dabei handelt es sich um dreijährige Lehrberufe, bei denen die Praxiskompetenz im Berufsbild dominiert.

Alarm schlägt jedoch Egon Blum: "2006 kommt es knüppeldick", dann kommen 8.000 Jugendliche neu auf den Lehrlingsmarkt. (apa)

14.7.2004 13:53